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Der Afrikaner von Jean-Marie Gustave Le Clézio
Preis bei Amazon: EUR 14,90, Angebote ab EUR 9,80 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3446209484, Erscheinungsdatum: August 2007, Auflage: 1
3 Kundenrezensionen:Feinfühliges, großartiges Vaterportrait und wunderbare Liebeserklärung an Afrika 5 von 5 PunktenJean-Marie Gustave le Clézio hatte lange davon geträumt, seine Mutter sei eine Schwarze, sich für die Rückkehr ins ihm fremde Frankreich eine Geschichte zurechtgelegt, um der Wirklichkeit zu entfliehen. Als der Vater im Ruhestand nach Frankreich zurückkehrt, merkt Jean-Marie Gustave le Clézio jedoch, dass er der Afrikaner war. Da er das nur schwer akzeptieren konnte, hat er dieses Buch geschrieben, eine Bewältigung der Entfremdung, der Vergangenheit. Der Afrikaner" ist ein Versuch der Aufarbeitung, des Strebens um Verständnis, wieso sich der Vater nach seiner Rückkehr aus Afrika nicht mehr der Mensch war, der er in Afrika war. Jean-Marie Gustave Le Clézios Vater war ein auf Mauritius geborener Brite, der als Tropenarzt nach Afrika ging, um der Unterdrückung in einem englischen Spital zu entgehen. In Kamerun und Nigeria heilte er Sumpffieber und Leprakranke, bereiste zu Fuß und Pferd seine Gebiete. 1948 reist die Mutter mit ihren beiden Söhnen aus Frankreich dem Vater nach, wo der achtjährige Jean-Marie Gustave seinem Vater zum ersten Mal begegnet. Er erzählt von seinen Erkundungen der afrikanischen Landschaft, von Termitenbauten, von Skorpionen, von Menschen, von der natürlichen Nacktheit der Menschen in Afrika und zeichnet dadurch ein wunderbar poetisches Bild Afrikas. Landschaftsstimmungen, Afrikabilder, wie sie eigentlich unübertroffen sind. Die Stärke dieser Prosa ist schlichtweg überwältigend. Er erzählt auch die Geschichte der Liebe seiner Eltern vor dem Krieg, in Kamerun. Er tut dies auf eine wunderbar zärtliche und liebende Art und Weise. Eine einfühlsam erzählte Liebe, die durch die kriegsbedingte Trennung einen Riss bekam und sich wie eine langsam dahinsiechende Krankheit nicht mehr heilen ließ. Des Vaters konsequente Entfremdung als einzig mögliche Reaktion auf diesen Verlust. Der Afrikaner" ist auch eine Liebeserklärung an Afrika, an das unberührte, echte Afrika, ein Afrika abseits der Country Clubs und der weißbehandschuhten Diener - ein Plädoyer gegen die diversen Kolonialherrschaften, ein Plädoyer gegen den Krieg. Eine bezaubernde Liebeserklärung an die Mutter und eine große Hommage an den Vater. Der Schlüssel zum Werk Jean-Marie Gustave Le Clézios. Geniale dvd!!!!! 4 von 5 Punktenich fand den film toll vor allem weil er jetzt den friedensbobel preis bekam!!! bin gespant ob meine rezession dießmal auch onlin geht weil die leute hier prühfen vorher sagen sie immer. Reinigt euch gut die Zehennägel.. 4 von 5 Punkten...sonst kommen nachts die Kakerlaken und nagen daran (S.39) Was erwartet den Leser bei dem neuen Nobelpreisträger? Zuerst wird vielleicht der relativ geringe Umfang vom Buch erstaunen, dann auch die Bebilderung, die hier mit zum Roman selbst gehört- es werden Bilder aus dem Afrika der Kolonialtage gezeigt, aus dem persönlichen Archiv des Autors, der im "Afrikaner" einen Teil der Geschichte seiner Kindheit verarbeitet hat und somit auf eigenes Anschauungsmaterial zurückgreifen konnte. Die Bilder, in poetisch-altertümlichem Sepia gehalten, vermitteln tatsächlich ein bißchen den Zauber einer scheinbar längst untergegangenen Zeit In der Geschichte geht es auch um Erinnerungen und vor allem um das Verhältnis zum Vater. 1948, nach den Wirren des Krieges, gelangt der Erzähler im Alter von 8 Jahren mit Bruder und Mutter nach Afrika, wo der Vater, der eben durch die Kriegszeit von seiner Familie getrennt, in Nigeria und Kamerun leben musste. Der Vater ist Arzt bei der englischen Kolonialverwaltung. Durch die lange Trennung und die Bedingungen vor Ort, hat sich der Mann allerdings von seiner Familie entfremdet, ist kalt und unnahbar geworden. Le Clezio vermischt tatsächliche Erinnerungen, mit dem was er über die Geschichte seines Vaters weiß und Versatzstücke aus Erinnerungsfetzen, z.B. Begenungen mit Natur und Menschen in Afrika in der Kindheit zu einem Bericht, der die Stimmung nicht nur in der Familie, sondern allgemein auch den Niedergang des Kolonialismus schildert. Afrika ist hier ein Welt des Traums, der Erinnerung auf jeden Fall eine sehr persönliche Geschichte. Hier auch ein wichtiges Thema ist die Suche nach Männlichkeit, der Achtjährige ist in einer "Frauenwelt" aufgewachsen, die Begegnung mit dem Vater ist kein wirklich angenehmes Erlebnis. "Auf Anweisung meines Vaters mußte ich mir vor der Abfahrt das Haar...schneiden lassen, was zur Folge hatte, daß ich einen furchtbaren Sonnenbrand auf den Ohren bekam und mich den Normen der Männerwelt endgültig fügen mußte."(S.56) Keine Migräne mehr, keine Wutanfälle mit denen hier die Welt der Frauen charakterisiert wird.. Beim Vater verläuft scheinbar alles in geordneten Bahnen, aber die Strenge ist schwer zu ertragen. Der Vater ist ein einsamer Mensch, was sich auch in den Bildern ausdrücken soll, ich denke, das ist hier auch ziemlich gelungen, einsame Wasserläufe, die Darstellung des Fremden - die Bilder haben nicht immer etwas mit dem Text zu tun, was sich aber nicht störend auswirkt. Kritisch würde ich folgendes anmerken: Wird durch diese Beschreibungen der Kolonialismus nicht immer ein Stück weit verherrlicht? - Gut, der Vater lehnt die Gesellschaft der "Pflanzer", den Luxus, die Doppelmoral ab - er ist der gute weiße Arzt, der den Eingeborenen hilft - aber spürt man bei solcherlei Beschreibungen nicht doch die Sehnsucht nach einer besseren alten Zeit, in der ein Mann noch Abenteuer erleben und sich als guter Mensch unter Beweis stellen konnte - eben der Kolonialzeit? Auch die starren Angewohnheiten des altegdienten Offiziers werden bewundert. Ich finde eine derartige Darstellung ist, trotz der Kritik, die auch im Buch geübt wird, vielleicht etwas unzeitgemäß (nur als Gedanke in puncto Nobelpreis). Ganz ehrlich, das Buch ist nicht schlecht, aber ich glaube, hier wäre auch noch Potential gewesen, mehr zu schreiben. Nunja, es handelt sich um Erinnerungen und was der Autor mitteilen wollte, hat er wohl mitgeteilt. Zwei Sachen, die man vielleicht noch im Original angucken müsste, waren für mich unstimmig: Gleich in der Einleitung heißt es in Bezug auf Vater und Mutter: ..Aber sie existieren- mit ihrem Gesicht, ihrer Haltung, ihren Manieren und Manien...ihrer Art zu reden, ihren Gedanken und vermutlich dem Alter, in dem sie sterben, all das haben wir in uns aufgenommen." Wie das mit dem Sterbealter gemeint ist, habe ich nicht ganz verstanden, denn nicht jedem sind die Eltern schon gestorben, überhaupt, was gibt es an dem "Alter" aufzunehmen? Kein Satz der einem das Buch verleiden sollte, trotzdem eine erste Stolperfalle..Dann auch noch S.10 "Als Kind verfügt man über wenige Worte (und die Worte sind noch nicht abgenutzt). Adjektive und Substantive standen mir damals noch nicht zur Verfügung." Hmmmmm - mit acht Jahren? Naja, das Buch ist jedenfalls lesenswert und vermittelt mit einfacher aber präziser und durchaus poetischer Sprache, unterstützt durch stimmungsvolle Bilder, die Erinnerung an eine Welt der Vergangenheit. |
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