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Miss Emily Paxton von Peter Prange

Zoom Produkt-Bild: Miss Emily Paxton
Gebundene Ausgabe von Droemer/Knaur
Preis bei Amazon: EUR 2,95, Angebote ab EUR 1,65

4,5 von 5 Punkten 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3426196565, Erscheinungsdatum: Sept. 2005

Aus der Amazon.de-Redaktion


Eigentlich hätte Miss Emily Paxton allen Grund, auf ihren Vater stolz zu sein. Denn der Gärtner, der zum Eisenbahnkönig, Architekt und Politiker aufgestiegen ist, ist dabei, mit dem Kristallpalast zur Weltausstellung in London 1851 ein Gebäude zu errichten, das vier Mal so groß ist wie der Petersdom in Rom -- eine wahre Kathedrale des Fortschritts, die den Stand der Technik auf der ganzen Erde in seinen Hallen versammeln soll. Aber ihr Vater droht vom Sockel gestoßen zu werden. Denn Emily verliebt sich in ihren Kinderfreund Victor, einen sozialen Außenseiter, dessen intellektuelle Radikalität sie gleichermaßen in den Bann zieht und abstößt. Victor ist angetreten, das Weltausstellungs-Projekt, das auf dem Schweiß der arbeitenden Klasse errichtet werden soll, mit allen Mitteln zu verhindern. Und allmählich wird auch Emily klar, dass ihr Vater zum Zwecke des Erfolgs bereit ist, über Leichen zu gehen. So gerät ?das Drama der Weltausstellung zum Drama ihrer eigenen Liebe? ...
Miss Emily Paxton ist der (zumindest vorerst) letzte Teil von Peter Pranges so genannter Weltenbauer-Trilogie, die außerdem aus den Bänden Principessa und Die Philosophin besteht -- und an Hand derer der Autor eine Art ?Ideengeschichte der europäischen Neuzeit in Romanform? schreiben wollte, die sich über die Achse Rom -- Paris -- London und über drei Jahrhunderte erstreckt. Mit Miss Emily Paxton ist Prange im fortschrittsgläubigen 19. Jahrhundert angekommen und hat sich der Tochter des Kristallpalast-Gründers angenommen und die ?historischen Hülse? einer Frau, von der so gut wie nichts bekannt ist, mit Leben angefüllt. Ein Idealfall: Denn die geschichtliche Leerstelle im Trubel einer ereignisreichen Zeit eignet sich wie keine zweite, die Mentalität und das Denken einer Epoche darzustellen und psychologisch zu durchdringen. Das ist Prange wieder bestens gelungen. Miss Emily Paxton ist ein faszinierendes, spannendes Buch, das sich nicht in ideengeschichtlichem Theorisieren verliert, sondern Geschichte auf raffinierte Weise erlebbar macht. --Isa Gerck
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4 Kundenrezensionen:

von Kuchenesser und Steckrübenesser........
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten

..........handelt dieses Buch. Die Bezeichnung "Kuchenesser" steht für die reiche, wohlhabende Gesellschaft, wogegen als "Steckrübenesser" die arme, arbeitende Gesellschaftsschicht bezeichnet wird.
Emiliy Paxton, verwöhnte Tochter des bekannten Gärtners, Eisenbahnkönigs und Architekten Joseph Paxton, bekommt durch die Schule des Lebens gezeigt, wie das Leben außerhalb der "besseren" Gesellschaft ist. Mit Victor, ihrem Jugendfreund, verbindet sie mehr als nur innige Freundschaft, was Emily aber lange nicht wahrhaben will. Sie ist mit Henry Cole, dem Initiator der Weltausstellung, verlobt. Die Weltausstellung ist das gemeinsame Ziel von Joseph Paxton und Henry Cole, weshalb Emiliys Eltern diese Verbindung nicht nur begrüßen sondern auch fördern. Emily nimmt aber schließlich - durch einen Zufall auf einen anderen Weg geführt - ihr Leben selbst in die Hand und schlägt sich auf Victors Seite, der ihren Vater hasst. Der Weg für die beiden scheint geebnet, als das Schicksal mit voller Härte zuschlägt und sie vor die Trümmer ihres Zukunftstraumes stellt.

Prange hat in die exakt recherchierten Begebenheiten rund um die erste Weltausstellung in London, die Liebesgeschichte von Emily und Victor mit eingebaut, um der Erzählung mehr Schwung und Emotion zu verleihen. Wer nun glaubt, dass dies ein reiner und schnulziger Liebesroman ist, wird durch die realistischen Einblicke in das Alltagsleben der armen Bevölkerung und harten Bedingungen der damaligen Arbeiter, eines besseren belehrt. Die Protagonisten sind mit viel Feingefühl gezeichnet und nie hat der Leser das Gefühl, die Geschichte von außen zu erleben, sondern er steht mitten im Geschehen. Die einzig fiktive Gestalt des Romans ist Victor. Diese Figur ist so geschickt mit der Erzählung rund um den Kristallpalast verflochten, dass sie übergangslos in die Welt der "Steckrübenesser", also der armen arbeitenden Klasse, führt.

Fazit:
Eine feinfühlige und absolut audentische Erzählung Ende der Biedermeier-Zeit in London. Gut recherchiert die politischen Geschehnisse und die Doppelmoral der damaligen Zeit. Der Leser wird durch die so genannte bessere Gesellschaft ebenso geführt, wie er auch realistische Einblicke in die untere Schicht des Proletendaseins erhält. London von 1850 entsteht vor dem geistigen Auge und der Autor nimmt den Leser mit in ein London, das als die Weltstadt des 19. Jahrhunderts schlechthin erscheint. Kurzweilige, spannende, leicht zu lesende und empfehlenswerte Lektüre.
Versinken im London des 19. Jahrhunderts
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
London ist meine Lieblingsstadt. Absolut. Und außer Ken Follett hat es noch kein Autor geschafft, sie vor meinem inneren Auge aufleben zu lassen. Prange ist dies jetzt auch gelungen. Er beschreibt das London des 19. Jahrhunderts so bildhaft, dass man beinahe glaubt, vor Ort zu sein. Die Geschichte um Emily Paxton verfügt zudem über alles, was einen guten Roman ausmacht: Liebe, Spannung, Dramatik, große Gefühle ... Peter Prange ist der einzige deutsche Autor, der es schafft, mich so zu fesseln wie es sonst nur Ken Follett schafft. Großartig!
Roman über die erste Weltausstellung in London
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Im dritten Teil der Weltenbauertrilogie beschreibt Peter Prange die erste Weltausstellung in London. Vor dem Hintergrund der Familie Paxton kann der Leser mit verfolgen, wie 1849 die zuerst kühne Idee realisiert wurde. Zu diesem Zeitpunkt ist Emilys Vater noch Gärtner beim Graf of Devonshire. Schnell kann er Prinz Albert für eine Vision von einem nur für diesen Zweck erbauten Kristallpalast begeistern. Die Organisation und der Bau beginnen und Joseph Paxton steigt nicht nur durch seine Beteiligung in der Bahngesellschaft in der Gesellschaft auf.

Auch seine Tochter Emily spielt eine große Rolle. Sie verkörpert den aufstrebenden Frauentyp, der die bisherigen Konventionen in Frage stellt und das eigene Leben selbst in die Hand nimmt. So löst sie die von ihren Eltern arrangierte Verlobung mit einem Ingenieur ihrer Schicht, um sich in die Beziehung mit ihrem Jugendfreund aus der Arbeiterklasse zu stürzen. Emily muss zum Überleben einen Fabrikjob annehmen und lernt nun die andere Seite der Macht kennen. Das Zusammenspiel ihrer Träume, ihrem Vater bei der Entstehung des Kristallpalasts zu helfen und ihrer Rolle als heiratsfähige Frau bietet immer wieder Überraschungen.

Der Autor hält sich präzise an die historischen Abläufe und lässt auch politische Ereignisse einfließen. Zu diesem Zweck erfindet er den etwas draufgängerischen Victor, der allerdings die einzige fiktive Figur darstellt. So wird sehr schön die damalige Klassengesellschaft verdeutlicht, die mit den neu gegründeten Gewerkschaften krasse Auswirkungen auf die Wirtschaft hatten. Man spürt direkt die Aufbruchsstimmung und den Fortschritt mit der industriellen Revolution.

Dieses Buch gehört zu einer Trilogie, der bereits "Die Principessa" und "Die Philosophin" voraus gehen. Die drei Teile lassen sich aber auch unabhängig voneinander lesen. Bei einer so großen Anzahl von historisch belegten Personen war ich beeindruckt, wie wenig das Buch von einer Dokumentation hat. Es liest sich flüssig und bringt einem das viktorianische London sehr nahe. Das Buch ist in der Taschenbuchausgabe unter dem Titel "Die Rebellin" erschienen.
guter Schmöker
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Das Buch ist ein klassischer historischer Roman. Peter Prange thematisiert die unterschiedlichsten Aspekte des 19. Jahrhunderts in London. Man lernt sehr viel über die Weltausstellung, insbesondere deren Organisation. Eingeflochten ist eine Liebesbeziehung, die sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht und welche die Spannung aufrecht erhält.
Keine 5 Sterne gebe ich, da es an manchen Stellen etwas zäh ist, die aber schnell zu durchlesen sind.
Wer sich für historische Romane interessiert ist hiermit gut bedient!
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