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3 Kundenrezensionen:

Otto Schenks Fledermaus von 1972
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Diese DVD ist bestimmt sehr gut, mehr aber schon nicht.

Gundula Janowitz als Rosalinde, sie macht mit Bravour mit, um ihren Gatten, Eberhard Wächter, mit sich selbst zu betrügen.

Leider geht das d beim Czardas nicht auf, aber das ist schon das Einzige was ich bemängle.

Renate Holm war die "Jahrhundert - Adele", zumindest nach einer Zeitungsrezension, aber sie ist wirklich wunderbar, als sie die Rosalinde sang hatte sie nur einige mal das Glück diese zu singen, dabei war sie wirklich gut. Besser als Edita Guberova auf alle Fälle, aber sie sang die Rosalinde ja leider nie auf LP oder CD ein.

Eberhard Wächter ist der Eisenstein (hat er doch bei Fred Liewehr, der Jahrzehnte diese Partie an der Staatsoper in der Volksoper in Wien sang und spielte, die Partie gelernt), und auch seine Frau, wieder mit seinem Charme umgarnt.

Erich Kunz ist als Frank eigentlich viel zu gut und Heinz Holecek ist der Dr. Falke, der mit Spass an der "Rächerrolle" sich selbst nur charmant zeigt, und gar nicht boshaft.

Der Alfred von Waldemar Kmentt ist etwas zerrupft, dürft am Opernhaus, der Kleinstadt, nicht viel verdienen, und so macht er den Alfred mehr zu einem Herzensbrecher, der über seine Jahre schon hinaus ist, das wirkt wieder aber komisch - und ist deshalb sehr gut.

Bei Wolfgang Windgassen denkt man, der kommt, schon durch sein Alter, nicht an - und es stimmt, er ist der Einzige der hier nicht blasiert wirkt, sondern deplaciert wirkt.

Otto Schenk als Frosch, hieße den Frosch nach Wien tragen, er ist in dieser Rolle schon Legende.

Karl Böhm dirigiert etwas langsamer als es Karajan oder Carlos Kleiber machten, aber das ist ja auch nicht zu verwerfen. Die Wiener Philharmoniker spielen blendend mit und Sylvia Lucan als Ida ist ein richtiges Wiener Mädel, mit dem Mund am rechten Fleck.

Trotzdem also 5 Punkte wert - und kaufenswert.
Die Fledermaus - von Johann Strauß? Nein, von Otto Schenk!
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
1972 entstand diese TV-Inszenierung der unverwüstlichen Strauß-Operette. Unter der Fittiche von Otto Schenks Regiearbeit entstand ein turbulentes Tollhaus, dessen Spiel- und Gesangsfreude allen Akteuren anzumerken ist, und das bis heute nicht mehr erreicht wurde. Diese "Fledermaus" ist Referenz!
Gundula Janowitz, die legendäre Mozart- und Strauss-Sängerin, ist eine herrlich tugendhafte und treusorgende Ehefrau, die der "Versuchung" nur allzu gerne einmal nachgibt. Als Eisenstein zeigt Eberhard Wächter in seiner Paraderolle alle Facetten seiner humorvollen Gesangs- und Schauspielkunst. Renate Holm mit ihrem verschlagenen Witz und ihren brillanten Koloraturen war die Adele ihrer Zeit. Waldemar Kmendt portraitiert Alfred als köstlich abgehalfterten Tenor. Ein wenig befremdlich wirkt die Wagner-Legende Wolfgang Windgassen als Prinz Orlofsky. Otto Schenk verwandelte den jungen, blasierten Russen in einen alternden, verbitterten Dandy, der über gar nichts mehr lachen kann und sich zu Tode langweilt. Die Wiener Philharmoniker unter Karl Böhm spielen Strauß mit Mozartscher Seriösität. Das alles zusammen ergibt einen Operetten-Cocktail, den man gerne genießt. Wer die Nase von modernisierten Inszenierungen voll hat, der sollte sich diese DVD besorgen und erleben, wie wundervoll und lebendig traditionelles Regietheater sein kann. 5 Sterne reichen für diese "Fledermaus" nicht aus!
besser geht es nicht
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Ich sehe diese Inszenierung schon seit Jahren mit meinen Studenten an, und ich habe mich noch immer nicht daran sattgesehen. Super Sänger (bis auf Windgassen), ein ideales Orchester, ideal geleitet. Schwungvolle Inszenierung mit immer neu zu entdeckenden Details. Wunderbar servierte Pointen. Besser geht es nicht!
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