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Cellosonaten/Cellosuiten von Alban Gerhardt, Markus Becker
Preis bei Amazon: EUR 35,99, Angebote ab EUR 25,95 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) Erscheinungsdatum: März 2008
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Eine Kundenrezension:Spätromantische Kammermusik nahe der Vollendung! 5 von 5 PunktenEs ist schon erfreulich genug festzustellen, mit welcher Konsequenz das Labal Hyperion immer wieder Nischenrepertoire einspielen läßt. Was das Label hier allerdings aus dem Hut gezaubert hat, könnte durchaus legendären Status erlangen. Die Cellosonaten und -suiten Max Regers fristen immer noch ein Mauerblümchendasein im modernen Konzertbetrieb. Sicherlich sind die chromatischen Harmonien und ausladenden Themen des Komponisten nicht gerade leicht zu erfassen, aber dies mit einer pauschalen Verunglimpfung Regers als "schwierigen" Komponisten gleichzusetzen, ist schon vermessen. Wie gut, daß sich nun zwei absolute Kenner dieses Repertoires zusammengefunden haben, denn Alban Gerhardt ist für Einspielungen seltener Werke bekannt, während Markus Becker bereits bei dem Label Thorofon eine sagenhafte Gesamteinspielung der Klavierwerke Regers vorgelegt hat. Die Erwartungen werden auch keineswegs enttäuscht: die oftmals unvermittelt umschlagenden Stimmungen in den Cellosonaten Regers gestalten die Künstler mit einer unglaublich differenzierten Palette an Klangfarben und -schattierungen. Als Anspieltipp sei hier insbesondere das Scherzo der 3. Cellosonate empfohlen. Auch den horrenden technischen Ansprüchen werden die Interpreten jederzeit gerecht; dennoch wirkt das Spiel der beiden Interpreten jederzeit seriös und fundiert. Sie können aber im Grunde reinhören, wo sie möchten und werden verzückt sein. Die Stiltreue ist zu jeder Zeit gewährleistet, und auch die Balance zwischen den dichten Texturen des Komponisten ist jederzeit gewährleistet. Die Suiten demonstieren wieder einmal Regers enge Affinität zu Johann Sebastian Bach, der ihm zeitlebens eine Inspiration war. Selbstverständlich ist die Tonsprache moderner als bei Bach, aber die polyphonen Strukturen leuchtet Gerhardt dennoch differenziert und ungemein plastisch aus. Die Technik des Cellisten ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben und wird stets der Musik dienend eingesetzt. Es ist kaum zu glauben, daß eine so "intellektuelle" Musik derart plastisch geformt werden kann. (Vergleiche mit Koroliovs Einspielung von Bachs "Kunst der Fuge" drängen sich mir hier spontan auf.) Sicherlich handelt es sich um alles andere als leichte Kost; dennoch müßten die hier eingespielten Werke aufgrund ihrer hohen kompositorischen Qualität längst zum Standardrepertoire gehören. Es ist bedauerlich, daß dies nicht der Fall ist, aber wenigstens liegt nun eine Aufnahme von unangefochtenem Format vor, die meines Erachtens zu den größten Entdeckungen und besten Einspielungen des Jahres gezählt werden muß. |
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