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Die Schöne Müllerin von Jonas Kaufmann, Helmut Deutsch

Zoom Produkt-Bild: Die Schöne Müllerin
Audio CD von Decca (Universal)
Preis bei Amazon: EUR 14,95, Angebote ab EUR 9,33

4 Punkte, empfehlenswert. 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
Erscheinungsdatum: Oktober 2009
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Tracks:

  • 1. Das Wandern
  • 2. Wohin?
  • 3. Halt!
  • 4. Danksagung an den Bach
  • 5. Am Feierabend
  • 6. Der Neugierige
  • 7. Ungeduld
  • 8. Morgengru?
  • 9. Der M?llers Blumen
  • 10. Tr?nenregen
  • 11. Mein!
  • 12. Pause
  • 13. Mit dem gr?nen Lautenbande
  • 14. Der J?ger
  • 15. Eifersucht und Stolz
  • 16. Die liebe Farbe
  • 17. Die b?se Farbe
  • 18. Trockne Blumen
  • 19. Der M?ller und der Bach
  • 20. Des Baches Wiegenlied

Aus der Amazon.de-Redaktion


Zunächst ein ganz großes Lob dafür, dass der derzeit hoch gehandelte Tenor Jonas Kaufmann sich - in Anbetracht einer im Konzertbetrieb aussterbenden Gattung - dem deutschen Lied widmet und Franz Schuberts Liederzyklus ?Die schöne Müllerin? aufgenommen hat. Der deutsche Tenor weiß auch, worauf er sich bei diesem anspruchsvollem Repertoire eingelassen hat: ?Man benutzt die Stimme hier mit Techniken, in Registern und mit einer Dynamik, die im normalen Opernbetrieb nicht vorkommen. Insofern ergibt sich ganz nebenbei eine Kur für den Gesang, die Arbeit bietet Medizin für die Stimme. Man kehrt zurück zu den Wurzeln."
Medizin zwar für die Stimme, doch kein Grund zur Entspannung. Denn Schuberts junger Müllerbursche, der nach langer Wanderschaft in die Mühle einkehrt und dort einer schönen treulosen Müllerin verfällt, soll heißblütig, stolz, eifersüchtig sein, und depressiv. Schließlich wird er nach unerfüllter Liebe den Freitod wählen. Ansatzweise gelingt es Kaufmann, diese durchwühlte Seelenlandschaft zu vermitteln, den Tonfall des ?Abgesangs?, die innerlichen Leere, Zerbrochenheit, Wehmut des todunglücklich Liebenden trifft er allerdings nicht. Und auch der erstaunlich wenig nuancenreiche Pianist Helmuth Deutsch agiert hier mitunter als seichter, die Emotionen sentimental verstärkender Begleiter und nicht ? wie eigentlich von Schubert gedacht ? als äquivalenter Partner. - Teresa Pieschacón Raphael
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5 Kundenrezensionen:

Die schöne Müllerin : Ein Glücksfall
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Aufnahmen der Schönen Müllerin von Schubert gehören nicht gerade zu den Seltenheiten.
Die vorliegende mit dem Tenor Jonas Kaufmann und dem Pianisten Helmut Deutsch ist eine echte Seltenheit , weil vom ersten bis zum letzten Takt perfekt gelungen :
Kaufmanns jugendlichem hellen Tenor ist der LIedpart wie auf den Leib geschrieben. Seiner perfekten Intonation , absolut sicheren Melodieführung, und seiner vollkommen verständlichen Aussprache - selbst das rasend schnelle "Der Jäger" bleibt
verständlich - , vor allem aber seiner bewegenden inneren Gestaltung dieses tragisch endenden Zyklus glaubt man sowohl den fröhlich- naiven Müllerburschen als auch den traurig abschiednehmenden Selbstmörder. Das letzte Lied "gute Ruh' , gute Ruh'" ist anrührend über die Maßen.

Dem steht mit Helmut Deutsch ein gleichermaßen perfekter Pianist zur Seite : Sein Spiel ist schlicht , klar , vollkommen durchsichtig, sodaß man nicht weiß , was man mehr bewundern soll: Den Schubertschen Klavier- oder den Liederpart. Nie wird Helmut Deutsch zu laut oder drängt sich auf Kosten des Sängers in den Vordergrund. Absolut bewunders - und empfehlenswert !
Hans Lesener.
Wie man sich unbeliebt macht
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Man findet eine Aufnahme nicht so überzeugend, von einem Sänger, der eine grosse Fangemeinde hat.

Und bekommt die Quittung. Natürlich kann man das Rezensieren lassen, wenn man das fürchtet.

Auch wenn man der Fangemeinde erklären würde, dass es Partien gibt, in denen ich den Sänger grossartig finde, wie etwa die des Florestan, wird es nichts nützen.

Seltenst gelingt, das lyrische Fach in der Oper zu überschreiten, und zugleich ein hervorragender Liedersänger zu sein. Seltenst. Wenn Peter Schreier dies gemacht hat, ging es zu Lasten dieser Partien; als Liedersänger war er sehr überzeugend und hat zum Beispiel eine Version mit der Laute vorgelegt, die sehr anrührt.

Wenn ich Jonas Kaufmann höre und dann die wirklich lyrischen Tenöre Protschka, Blochwitz oder auch Güra, fehlt mir bei seiner Interpretation deutlich etwas. Das Lyrische, technisch die Einfärbung der Bruststimme durch die Oberstimme, wie Fischer-Dieskau es perfekt konnte und auch Hans Peter Blochwitz mit diesem Zyklus.
Wenn man etwas das Lied, die liebe Farbe vergleicht, stehen den Tenören, die hier erwähnt wurden, Klangfarben zur Verfügung, die Jonas Kaufmann nicht hat.

Man kann Stimmen mögen und sich für sie einsetzen oder sie nicht mögen, und sie niedermachen. Ich bin immer dafür, im Blindversuch Stimmen zu vergleichen, sich hineinzuhören und dann sein Urteil abzugeben.

Ich exponiere mich und schreibe, dies ist nicht meine "Schöne Müllerin"
Wagnis "Müllerin"
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Mit der "Müllerin" kann man viel machen. Man kann sie in Salons zelebrieren, vom Wort ausgehend sezieren, in Studios perfektionieren.
Man kann sie musikalisch analysieren, nach einem Konzept interpretieren, man kann sie romantisieren und banalisieren.
Für jeden Sänger bleibt sie ein Wagnis.
Kaufmann's "Müllerin", ein (wieder nicht optimal bearbeiteter) Live-Mitschnitt!!, ist rein gesangstechnisch nicht immer perfekt. Sein Müllerbursche ist auch kein verträumtes Leichtgewicht, sondern kann (auch stimmlich) schwere Säcke schleppen. Aber er ist jung in emotionaler Hinsicht, er weiß nicht wie ihm geschieht, 'wie's immer mag sein, ich gebe mich drein'. Und so geht er seinen Weg bis zum bitteren Ende, weil er im besten Sinne gefühlsmässig naiv ist, weil er es nicht aufhalten kann.'Der Mai ist kommen, der Winter ist aus'. Hat man diesen gequälten Aufschrei schon mal intensiver gehört?
Kaufmann banalisiert nicht und romantisiert nicht. Wenn es weh tut, tut es weh. Er interpretiert nicht, sondern erlebt, aber nie mit der Brechstange, sondern immer echt. Er seziert nicht, sondern phrasiert immer am Wort und im musikalischen Kontext mit verblüffender Selbstverständlichkeit und Natürlichkeit. Und er zelebriert nicht, sondern musiziert im besten Sinne des Wortes, die dynamischen und gestalterischen Möglichkeiten seiner Stimme auslotend, mit wunderbarem Legato, mal kernig, mal weich. Helmut Deutsch setzt in seiner unnachahmlichen Art jeweils den jedem einzelnen Lied eigenen musikalischen Ausgangspunkt und ist richtigerweise mehr als nur Begleiter. Diese Müllerin ist modern, doch immer den Traditionen des Liedgesangs verpflichtet und erreicht den aufgeschlossenen Zuhörer auch im Inneren.
Hervorragend
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Jonas Kaufmanns Müllerbursche geht direkt unter die Haut. Wann wurde dieser Zyklus jemals mit einer derartigen Intensität gesungen?. Die Farbigkeit seines Timbres ist außergewöhnlich und er vermag jedem einzelnen Lied seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Nicht vergessen sollte man Helmut Deutsch, der ein absolut adäquater Begleiter ist und sensibler Begleiter ist.
kaufmanns schöne müllerin
3 Punkte 3 von 5 Punkten
wenn man den ganzen pr-rummel der letzten drei-zwei jahre um jonas kaufmann
revue-passieren lässt und auch beiträge kritischer musik-dilletanten, die doch
weitgehend (kommerziell) unabhängig sind, so muss man sich doch wundern über
solche aussagen wie: 'jugendlicher, bedeutender tenor', einer 'der alles singen kann' etc.

jonas kaufmann ist erst (spät) mit 37 auf die kommerz-bühne der 'decca' getreten,
also spät vor ein pr-millionen-publikum als jung! gehandelter 'shooting-star'.
ein viril-burschikoser phänotypus als media-star (von der alm) erfüllt sicherlich
den wunsch so mancher intendanz für die publikumswirksame 'rampensau'.
kaufmanns plus, denn er ist weitläufig zumindest photogen, sofern er sich nicht
auch verbal-künstlerisch weitergehend äussert.
hier: schuberts lieder sind keine pr-verschiebungsmasse. es sind kunstlieder für den
intimeren bereich, für private rezeption - und er-kenntnis.
und keine verfügungsmasse für den massenraum eines opern-event-spektakel -
grob-theatralischer bühnengesten-habitus ist schubert-in-adäquat.

hier nun beim 'müller', spürt man kaufmanns kunst-bemühen, so ganz natürlich, natur-
burschenhaft zu sein, von seinem grau-körnigen, gleichförmigen timbre gut gestützt.
eine anstrengung, die zwar dem romantischen sujet, nicht aber dem kunst-lied,
dem text und der musikalischen sublimierung, also nicht schubert adäquat ist.
künstler wie wunderlich, pears, fischer-dieskau und pregardien bedeuten und
besingen andre (kunst-)welten.
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