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Ein Deutsches Requiem von Dorothea Röschmann, Thomas Quasthoff, Simon Rattle
Preis bei Amazon: EUR 18,95, Angebote ab EUR 8,63 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) Erscheinungsdatum: März 2007
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ProduktbeschreibungBrahms Ein Deutsches Requiem Aus der Amazon.de-Redaktion"Ein so großer Mann, eine so große Seele, doch er glaubt an nichts!", sagte einst Antonín Dvorák über Johannes Brahms ? und doch war es Brahms, der eines der eindringlichsten geistlichen Chorwerke schuf, das am Karfreitag 1868 uraufgeführte "Deutsche Requiem". Im strengen Sinne ist Brahms? Requiem keine Totenmesse, denn Brahms vertonte nicht die lateinische Bitte der Trauergemeinde an Gott, die um Gnade für den Toten bittet. Brahms Musik spricht zu den Trauernden selbst, zu dem Menschen in selbstgewählten Bibeltexten. Bereits 1861, 28 Jahre war er alt, hatte er mit der Auswahl begonnen und sie nach dem Tod seiner Mutter fünf Jahre später fortgesetzt. Am Anfang seines REquiems steht die Bergpredigt: "Selig sind, die da Leid tragen" (Matthäus 5,4). Am Ende die Offenbarung: "Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben, von nun an" (Offenbarung 14,13). Die entscheidende Stelle stammt aus dem Korintherbrief, das triumphal stolze: "Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?" (1. Korinther, 15,55). Kritik brachte dem Komponisten ein, dass ein ausdrücklicher Hinweis auf den Erlöser fehlte, weshalb Brahms einen Arie für Sopran und Orchester zu den Abschiedsworten Jesu an seine Jünger schrieb: ?Ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen" (Johannis 16,22) hinzufügte. Die Interpretation eine solchen Werkes sagt sehr viel auch über das Weltbild, das Gemüt des Interpreten aus. In diesem Falle ist es das des Briten Sir Simon Rattle, der hier seinem Ruf als charismatisch lächelnder Medienliebling gerecht wird. Die Schwere des Themas, sein gewaltiger Ernst, will er in dieser Live-Aufnahme aus der Berliner Philharmonie vom Oktober 2006 nicht betonen, wie es einst der tiefdeutschernste Otto Klemperer tat. Die Wucht der Musik, die extremen Stimmungen und Spannungen, die sich hier auftun, das schwermütige Mitleid, die herbe Ergebung kommen dabei nicht zum Tragen. Dafür bietet Rattle schöne, tröstliche Musik mit stimmlich ausgezeichneten Solisten wie Dorothea Röschmann, von der man sich nur etwas mehr Textverständlichkeit wünschte und den immer tiefgründigen Thomas Quasthoff. Teresa Pieschacón Raphael 3 Kundenrezensionen:Totenmesse im toten Raum 4 von 5 PunktenZu Musik und Darbietung wurde bereits alles gesagt und zum Klang? Perfektes Stereobild, erstklassige Verständlichkeit und so gut wie kein Rauschen. Aber: Diese Qualität hatte scheinbar auch einen Preis: Es ist kaum ein Raum hörbar, also das akustische Element, das dem Ereignis Volumen, Tiefe und Authenzität verleiht. Man fühlt sich einfach nicht wie ein Zuhörer im Konzertsaal, weil die Akustik der Berliner Philharmonie im Grunde nur in den Solopassagen zu vernehmen ist, und so wirkt die Aufnahme besonders von Chor und Orchester leider etwas tot. Ein Wermutstropfen! Ein menschliches Requiem.... 5 von 5 Punkten... wollte Brahms sein Werk am Liebsten nennen. Er hat sich dann aber doch nicht zu diesem bekenntnishaften Titel durchringen können - "PR"-Gründe mögen eine Rolle gespielt haben. Rattle trifft diesen menschlichen Ton sehr gut. Er wählt durchweg recht gemessene Tempi, was ihm und seinem phänomenalen Ensemble die Zeit und den Atem gibt, die verschiedenen von Brahms musikalisch gezeichneten Emotionen des trauernden Menschen kongenial einzufangen. Gerade im zentralen Satz, dem vierten ("Wie lieblich sind Deine Wohnungen"), gelingt es ihm, eine nahezu idyllische Stimmung zu erzeugen, zu der das Orchester fast schon serenadenhafte Klangfarben beisteuert. Rattle wählt für sein Requiem insgesamt sehr dunkle Klangfarben. Diese werden auch durch die üblichen Knalleffekt-Stellen im zweiten und sechsten Satz kaum durchbrochen. Bemerkenswert die Orgelpunkt-"Coda" im dritten Satz, in der Chor und die hohen Orchesterstimmen von dem "Brodeln" der tiefen Register getragen werden. Ein besonderes Lob verdient der Chor, der Rundfunkchor Berlin. Er produziert einen weichen und vollen Klang, der immer durchhörbar bleibt. Nie leidet der Gesamtklang, auch nicht in den massiven Fortissimo-Passagen. Nie wird eine der Stimmen zugedeckt, selbst nicht der Bass, der in anderen Einspielungen häufig im Orchesterklag untergeht oder aber versucht, dieses zu übertönen. Thomas Quasthoff lässt seine sängerische und interpretatorische Autorität spielen. Ganz frisch wirkte seine Stimme an manchen Stellen indes nicht. Wenn ich einen besonderen Höhepunkt herausheben müsste, wäre es der fünfte Satz ("Ihr habt nun Traurigkeit"). Dorothea Röschmann meistert die unangenehme Partie mit frei fließender Stimme und auch in hohen Lagen fast an einen Mezzosopran gemahnender Intensität. Bei Röschmann und Rattle ist dieser Satz kein intimes Intermezzo sondern tröstender Kommentar zur Gefühlslage des trauernden Menschen, analog zum dritten Satz ("Herr, lehre doch mich"). So gelingt es Rattle, ein musikalisches Gleichgewicht zwischen dem Menschen (dem Chor) und dem Göttlichen (den Solisten) herzustellen, wie es mir bislang in keiner anderen Aufnahme untergekommen ist. Definitiv ein Kauftipp! Tiefgang & Perfektion 5 von 5 PunktenWundervoll, wie hier Berliner Philharmoniker und Berliner Rundfunkchor (man versteht jedes Wort, die Intonation ist lupenrein und das piano bestechend) zusammen musizieren. Röschmann mit einer Träne in der Stimme ist unglaublich bewegend, Quastoff hat ein paar technische Schwierigkeiten, ist aber eine gute Besetzung. Rattle findet die perfekte Balance zwischen Tiefgründigkeit und fließender Bewegung. Technisch hervorragen aufgenommen - unter den neueren Aufnahmen hat diese keine Konkurrenz, einzig Kempes Aufnahme von 1956 ist vielleicht noch schöner, dort wird etwas objektiver musiziert, Fischer-Dieskau und Grümmer sind wohl das beste Solistenpaar aller Aufnahmen des Stücks, dafür ist die Chorleistung nicht ganz so gut. |
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