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Et Exspecto Resurrectionem Mortuorum von Pierre Boulez, Clo

Zoom Produkt-Bild: Et Exspecto Resurrectionem Mortuorum
Audio CD von Deutsche G (Universal)
Preis bei Amazon: EUR 21,99, Angebote ab EUR 8,79

3 Punkte. 3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
Erscheinungsdatum: Januar 1995
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Tracks:

  • 1. Introduction
  • 2. Strophe I
  • 3. Antistrophe I
  • 4. Strophe II
  • 5. Antistrophe II
  • 6. Epode
  • 7. Coda
  • La ville d'en haut
  • 1. Des profondeurs de l'abìme, je crie vers toi, Seigneur
  • 2. Le Christ, ressuscité des morts, ne meurt plus
  • 3. L 'heure vient où les morts entendront la voix du Fils de Dieu
  • 4. Ils ressusciteront, glorieux, avec un nom nouveau
  • 5. Et j'entendis la voix d'une foule immense

Produktbeschreibung


ET EXPECTO RESURRECTIONEM/+

Aus der Amazon.de-Redaktion


Die Darbietungen Pierre Boulez' von Olivier Messiaens Werken -- vor allem der schwierigen -- sind legendär, wobei "Chronochromie" die vielschichtigste und abstrakteste Arbeit des Komponisten darstellt. Boulez nimmt die Herausforderung an und macht "seine" "Chronochromie" zur besten Aufnahme des Werkes. Man muß allerdings hinzufügen, daß die Konkurrenz hier nicht sehr groß ist. Das Cleveland Orchestra stellt natürlich einen großen Vorteil dar -- ohne Zweifel das beste Orchester auf dem Gebiet zeitgenössischer Musik. Hinzu kommt die hochwertige Aufnahmetechnik der Deutschen Grammophon, die sich durch hohe Klangreinheit auszeichnet. Die zwei anderen Stücke sind weniger schwierig, aber seien wir ehrlich: Selbstverständlich ist dies keine Platte für den Durchschnittshörer auf der Suche nach einer hübschen Melodie. Es ist großartige Musik, doch sie erfordert Hingabe. --David Hurwitz
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2 Kundenrezensionen:

Ouch!
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Als Liebhaber klassischer Musik von Komponisten wie Mozart, Beethoven erwies sich diese Scheibe als Griff ins Clo. Wer melodische Musik sucht, wird mit dieser Auswahl seine Probleme haben. Dabei will ich weder die Leistung des Komponisten, noch die der Musiker schmälern. Ich wußte eben nicht, dass dies auch unter Musik fällt.
Die Farben der Zeit und das Zeitenende
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Gleich zu Beginn von Messiaens «Chronochromie» wird der Hörer vom riesenhaft vergrößerten Ruf des Fischadlers überrascht, der wie ein Motto eines der bedeutendsten und originellsten Werke des Komponisten einleitet. Entstanden um 1960 zu Beginn einer sehr kreativen Schaffensphase, stellt es gewissermaßen Messiaens kritischen Beitrag zur Orchestermusik der seriellen Periode dar. Deren intellektuell verhärtete Systeme müssen ihn, den freiheitsliebenden Künstler, mächtig geärgert haben. Messiaen selbst hat betont, dass in diesem Werk eine große Spannung zwischen Strenge und Freiheit waltet. Streng sind die minuziöse (freilich keineswegs pedantische) Organisation simultaner Zeitebenen der einzelnen Stücke und ihre Zuordnung zu den Orchesterfarben. Dagegen erheben die aufmüpfig surrealen Vogelstimmen Einspruch, ebenso wie Naturbilder, die besonders in den Ecksätzen mit zuvor noch nie gehörten Orchesterfarben (z.B. wässrig feuchten Tonschleiern) aufwarten, und lösen damit das Starre der Zeitkonstruktion auf. Die Vielfalt des musikalischen Vokabulars ist überwältigend, hier gibt es modale Harmonien aber auch Zwölftoncluster, mächtige Choraleinschübe und einen schier unglaublichen Reichtum an Schlagzeugsoli. In keinem anderen Werk Messiaens - so empfindet es der Rezensent - gibt es auf derart engem Raum ein solch fröhliches Klangleben. Dieses drückt das wahrhaft aus, was in manch anderen seiner Werke oft aufgesetzt wirkt, nämlich die überquellende Freude an der Schöpfung, an dem Geschenk der Zeit, dem «ewigen Attribut Gottes», wie es die Mystiker ausdrücken. Und auch die Farben der Klänge sind ja nichts anderes als in Obertonspektren gebrochene Zeit. Der Titel des Werks deutet es an. - Zugegeben, der sechste Satz, eine metrisch und harmonisch völlig ungebundene Polyphonie von 18 Solostreichern, die (ausgerechnet) Vogelstimmen imitieren, ist in seiner Radikalität für unvorbereitete Ohren derart erschreckend, dass es seinerzeit bei der Uraufführung in Donaueschingen tatsächlich zu einem Skandal kam! Erst bei mehrfachem Anhören wird es möglich, «in dieser scheinbaren Unordnung eine verborgene Ordnung zu entdecken», wie Messiaen sagt. Die Streicher des Cleveland Orchestra spielen dieses heikle Stück gelassen und entspannt und werden von der famosen Klangtechnik bestens in Szene gesetzt. Mit einem überaus spannenden Schlusssatz, einer Art Reprise (der Fischadler tritt wieder auf), endet dieses Meisterwerk, von dem es erstaunlich wenige Aufnahmen gibt.
Einer anderen explizit sakralen Sphäre gehört die wenige Jahre später entstandene apokalyptische Suite «Et exspecto resurrectionem mortuorum» für Bläser und Schlagzeug an. Doch geht es auch hier um Zeit. Das ganze Stück lebt von der abgründigen Spannung, mit der das Ende der linearen Zeit und ihre Auflösung in die blanke Ewigkeit (das ist die eigentliche Auferstehung im Jenseits) erwartet wird. Brütende Choräle der Blechbläser verlieren sich im Abgrund, Generalpausen und Tamtamschläge setzen immer wieder geheimnisvolle Zeichen, die Holzbläser spielen eine bewegende Litanei in kristallklaren Imitationen, es gibt die unvermeidlichen Vogelstimmen und als liturgischen Beitrag eine fröhliche Fassung des österlichen Introitus und Alleluja, wo gewissermaßen eine himmlische Jazzband" (Simon Rattle) aufspielt, um die Wartezeit auf das Jenseits zu verkürzen. In der schlichten Gegenüberstellung von Blöcken deutet sich schon die Einfachheit von Messiaens Spätwerk an. Das musikalische Geschehen verdichtet sich im vierten Satz mehr und mehr, die Spannung wird fast unerträglich, bis die Auferstehung endlich stattfindet und - (seufz) diese Prozession ist leider derart fade und einförmig geraten, dass dem Hörer das Gesicht einschläft. Messiaen hätte den Schlusssatz getrost um zwei Drittel kürzen oder gleich ganz weglassen können. In den ersten vier Sätzen ein Meisterstück, fällt das Werk im letzten Satz herunter ins Nichtssagende. Es gibt eben doch Dinge, die sich nicht in Musik ausdrücken lassen...
«La ville d'en haut» mit etwa derselben Besetzung wie «Et exspecto ...» unter Einbeziehung eines Soloklaviers, ist 1987 entstanden, eine Studie parallel zu Messiaens großem Orchesterwerk «Eclairs sur l'au dela», und behandelt eines seiner Lieblingsmotive: die himmlische Stadt. Sie macht ganz offenkundig stilistische Anleihen bei den anderen beiden auf der CD enthaltenen Werken und beweist, dass Messiaen über Jahrzehnte hinweg seiner musikalischen Sprache treu geblieben ist.
Überflüssig zu erwähnen, dass der einstige Messiaen-Schüler Boulez und die Clevelands mit dieser CD eine perfekte Referenzaufnahme vorgelegt haben.
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