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Gulda spielt Beethoven: Klaviersonaten 1-32 + Klavierkonzerte 1 - 5
Preis bei Amazon: EUR 26,95, Angebote ab EUR 20,68 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) Erscheinungsdatum: November 2005
ProduktbeschreibungKLAVIERKONZERTE 1-5 GA/KLAVI 5 Kundenrezensionen:Beethoven in Bewegung 5 von 5 PunktenUm es gleich vorweg zu sagen: wer die Beethovensche Klangchrakteristik von Emil Gilels oder Wilhelm Kempff schätzt, wird bei dem jungen Friedrich Gulda eine Ünerraschung erleben. Gulda geht die Klaviersonaten schwungvoller und wuchtiger an, was ihnen gut bekommt: sie leuchten und blitzen wieder. Das reißt mit und verliert sich nicht im grüblerischen Ausloten welcher Tiefe auch immer. Eine Überraschung sind zudem die fünf Klavierkonzerte zusammen mit den Wiener Philharmonikers unter Horst Stein. Vergleicht man die Aufnahme von Emil Gilels und diese, so wirkts Guldas Interpretation konzertanter, lebendiger und jugendlicher. Die analogen Aufnahmen von 1968 bis 1973 sind sorgfältig digitalisiert, können aber einige Schwächen der Originale nicht überdecken: gelegentlich schwankende Balance und Höhenverschleierung in einem der Stereo-Kanäle fallen heute eben mehr auf als damals. Zudem hätte ich mir das Booklet etwas auführlicher gewünscht, es listet nur die Titel auf, über Aufnahme(n) und Beteiligte erfährt man nichts. Dafür ist die 12CD-Bos unschlagbar preiswert. Deshalb dann doch fünf Sterne für dies Hörvergnügen. Hardrock für die Ewigkeit 5 von 5 PunktenHier rockt einer los, dass die Fetzen fliegen. Irrwitzige Tempi bei gleichzeitig ungeheurer rhythmischer Präzision, gleichsam alle Regler des Aufnahmegerätes ganz aufgerissen. Ruhige Momente, die es auch bei Gulda gibt, wirken dann umso intensiver. Das alles liegt nicht jedem, und es gibt auch gewichtige Alternativen. Ich selber bin aber mit diesen Aufnahmen aufgewachsen und kann die Beethoven-Sonaten von keinem anderen Pianisten hören. Wer den Beethoven-Gulda noch nicht kennt, sollte vorsichtshalber mal reinhören, er bekommt aber jedenfalls allererste Ware, und ich glaube, dass man diese Aufnahmen in ihrer Einzigartigkeit noch in Jahrhunderten hören wird. So gut wie erwartet 5 von 5 PunktenWas soll einen überraschen, wenn er Beethoven, gespielt von Gulda, hört? Ein empfehlenswertes Sammelwerk. Mehr kann man dazu nicht sagen. Was mich am Werk selbst überrascht hat: die Stilunterschiede zwischen den frühen und den späten Sonaten sind weit geringer als bei Beethovens Sinfonien oder gar den Streichquartetten. Kennen Sie alle Sonaten? Nein? Dann kaufen. Bach, Mozart und... Beethoven 5 von 5 Punktensind neben dem von ihm geliebten Jazz die Fixsterne des Friedrich Gulda gewesen. Nach zahlreichen Aufnahmen , die ich von den 32 Beethovens besitze und die ich zu einem großen Teil auch im Konzert höre durfte (Schiff, Korstick, Fellner, Brendel, Lewis und vor vielen Jahren auch ein einmaliges Konzert mit Zimerman mit späten Sonaten) bin ich zunächst sehr zögernd aufgrund einschlägiger Literatur an der legendären Amadeo-Einspielung hängen geblieben. Früher war mir diese Einspielung zu grob, schnell, scheinbar uneinfühlsam und fast lapidar. Zwischenzeitlich habe ich diese Einspielung für mich entdeckt. Nach wie vor drängt sich das hohe Tempo Guldas auf (er selbst räumte die ungewöhnlich rasche Spielweise ein); allerdings entdecke ich mit jedem Hören, wie sehr Gulda zu einer Art Kernaussage von Beethovens Musik vordringt wie kein anderer, will sagen, man gewinnt die Überzeugung, dass alles genau so und nicht anders zu spielen ist. Alles klingt natürlich, logisch, zwingend und mitreissend, als ob es kein Wenn und Aber und vor allem keine anderen, ebenfalls bzw. vielleicht noch virtuosere Einspielungen gäbe. Gulda scheint - wie bei Mozart - ein Seelenverwandter gewesen zu sein der die Sprache Beethovens nicht nur verstanden hat, sondern selbst zum Ausdruck bringen konnte. Wie Joachim Kaiser ausführte: Hier dringt Beethoven direkt zu uns durch und zwar jenseits aller pianistischen Virtuosität. Die Aufnahme der Sonaten bedarf des mehrmaligen Hörens, man muss sich darauf einlassen und entdeckt auf den zweiten Blick die tatsächliche Größe und Bedeutung dieser Einspielungen - und letztlich zeichnet das Qualität im eigentlichen Sinne gerade aus. Guter Einstieg, aber nichts für Jedermann 3 von 5 Punkten"Hier rockt einer los, dass die Fetzen fliegen." hat einer meiner Vorrezensenten geschrieben und damit ist leider schon vieles zu dieser Einspielung gesagt... Der zur Entstehungszeit dieser Aufnahmen noch sehr junge Gulda interpretiert hier Beethoven so, wie man seinen Mozart kennt - mit viel Schwung, Leichtigkeit und Temperament, aber sehr eigenwillig - fast respektlos. Von der vereinzelt zitierten Werktreue ist hier nicht mehr allzu viel übrig: Es gibt kaum nachdenkliche oder düstere Momente, sondern überwiegend Schwung und Funkenflug. So gut dies manchen Sonaten (etwa der "Sturm") durchaus bekommt - die langsameren Stücke wirken bei Gulda leider bisweilen flach und seelenlos: Die Appassionata hat nicht die Anfangsspannung wie etwa bei Gilels oder besonders Brendel und entwickelt deshalb auch nicht die entsprechende Dynamik, Gulda fegt förmlich über den ersten Satz hinweg; die Mondschein plätschert flott aber belanglos dahin; in op. 111 gibt Gulda dem (Jazz-) Affen im 2. Satz Zucker. Die von mir sehr geliebte Hammerklaviersonate op. 106 klingt geradezu absurd vereinfacht - das berühmte Adagio ist schlicht 'nett' und kann nie die Grübeleien und Untiefen zeigen, wie sie etwa Brendel herausarbeitet. Für mich das vielleicht größte Desaster dieser Aufnahmen. Gerade die späten Sonaten ab op. 106 sind für mich zum Teil aufs Trivialste abgewickelt, als hätte Gulda keinen echten Bezug zu diesen Stücken gehabt und wollte nur ein technisches Feuerwerk entfachen. Wer Schnabel, Backhaus oder eben Brendel kennt, der weiß um stimmigere, geistvolle Interpretationen. Schon die Spielzeiten der diversen Sonaten zeugen von Guldas im Wortsinn "rasanten" Ansatz - bei einigen Sätzen "benötigt" er nur gut 60% der Zeit, die Gilels oder Brendel ihnen widmen. Insofern liegt Joachim Kaiser nicht falsch, wenn er Gulda mit dem Impetus des jungen Gould vergleicht. Für Gulda-Freund ist diese Aufnahme sicher ein Muß und bei dem Preis ist sie ja auch für Einsteiger sehr attraktiv, daher insgesamt eine gute 3-Sterne Wertung von mir. An fortgeschrittene Hörer von Beethovens Wunderwerken aber die Empfehlung: Unbedingt erst reinhören, dann über einen Erwerb entscheiden. Wer den orthodoxen Beethoven und damit (auch) Tiefe, Subtilität und Nachdenklichkeit schätzt, der fährt mit Pollini, Brendel oder auch Gilels deutlich besser. Gulda wird für seinen Mozart geliebt und unsterblich bleiben, aber womöglich nicht für seinen Beethoven - zumindest nicht für mich. |
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