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Messa Da Requiem (Ga) von Freni, Ludwig, Karajan, Bp+

Zoom Produkt-Bild: Messa Da Requiem (Ga)
Audio CD von Deutsche G (Universal)
Preis bei Amazon: EUR 18,95, Angebote ab EUR 10,33

4,5 von 5 Punkten 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
Erscheinungsdatum: April 1997

Tracks:

  • 3. Offertorio
  • 4. Sanctus
  • 5. Agnus dei
  • 6. Lux aeterna
  • 7. Libera me
  • Rex tremendae
  • Recordare
  • Ingemisco
  • Confutatis
  • Lacrimosa

3 Kundenrezensionen:

Verdis schönste Oper
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Verdis Requiem" gilt weithin als seine schönste Oper. Dennoch - die Komposition selbst führt es immer wieder vor - handelt es sich um ein Werk, das sich an kirchenmusikalische Traditionen anlehnt. Das ändert aber natürlich nichts daran, dass es sich beim Requiem" wohl um eines der schönsten Werke des Opernkomponisten handelt. Diesen Aspekt unterstreicht die hier vorliegende Aufnahme unter Karajan von 1972. Karajan, der hier zwar einen opulenten Klangrausch zelebriert und die herrlichen Melodien nur so feiert, bleibt mit seiner Deutung jedoch nicht an der Oberfläche stehen. Vielmehr trägt er den Gehalt des Werkes Schicht für Schicht ab, entlockt diesen jede Einzelheit und entwirft so ein Bild vom Tod, das in seiner Vielfalt auf Dante hinweist, und in seiner Emotionalität wahrhaft markerschütternd wirkt. Zur Ausführung dieser Deutung standen Karajan glänzende Sänger zur Verfügung. So begeistern Mirella Freni und die unerreichte Christa Ludwig in ihren Arien", in ihrem Duett Recordare" entwickeln sie jedoch eine klanglich derart himmlische Synthese, wie sie seitdem nie wieder erreicht wurde. Wunderbar düster klingt auch Nicolai Ghiaurovs schwarzer Bass, der besonders gut im Mors stupebit" und im gewaltigen Confutatis" zur Geltung kommt. Schade ist, dass man zu seiner Zeit nicht mehr von dem Tenor Carlo Cossutta gehört hat. Denn dieser gibt hier ein sehr klares Ingemisco" und sein Hostias" ist geradezu sphärisch. Unterfüttert wird die gute Solistenleistung durch den glänzend disponierten Wiener Singverein der hier - ganz im Gegensatz zu Karajans Bach-Einspielungen - in seinem Element ist. Da werden große Momente herauf beschworen, da gibt es immer ein Mehr an Dramatik und Vehemenz, aber dies, ohne dass die Choranteile in bloße Brüllerei ausarten. Aber auch ganz leise Momente können den Atem verschlagen: So jagt einem das geflüsterte Quantus tremor" eiskalte Schauer den Rücken hinunter. Hinzu gesellt sich überall - was soll man dazu noch sagen - das fulminante Spiel der Berliner Philharmoniker. Insgesamt eine große Aufnahme zu einem kleinen Preis, die an Gehalt der späteren Karajan-Einspielung durchaus vorzuziehen ist.
Unerwartet innig
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Wenn Karajan mit einem großen Starensemble in's Studio ging, um ein geistliches Werk aufzunehmen, kam dabei meist großer Breitwandsound bis zur Kitschgrenze (Mozart- und Brahms-Requiem) heraus.
Anders hier: Die Aufnahme wirkt ernsthaft, innig, fast einfach, ohne aufgesetzte Effekte oder opernhaften Kitsch.
Insbesondere der heute wenig bekannte Carlo Cossutta überrascht: Eigentlich war er für Rollen wie den Othello oder Radames bekannt und seine große, laute und stabile Stimme, weniger für seine Technik und Subtilität. Hier nimmt er sich aber merklich zurück und artikuliert sehr vorsichtig und geschmackvoll. Und so ist seine Stimme zwar nicht die schönste aller Tenorsolisten im Verdi-Requiem auf Platte (eher herb und etwas körnig), aber er singt um Längen geschmackvoller als etwa Pavarotti (grauenvoll!), Carreras, Alagna, und wie sie alle heißen.
Dasselbe gilt für die damals noch sehr junge Mirella Freni und die schon auf der (zu Recht) berühmten Giulini-Aufnahme vertretenen Christa Ludwig und Nicolai Ghiaurov. Da singt sich keiner mit billigen Effekten in den Vordergrund, sondern alle stellen sich in den Dienst des Werkes.
Der Wiener Singverein war nie ein Spitzenchor, zieht sich aber hier erheblich besser aus der Affäre als etwa in Karajans Aufnahme des Brahms-Requiems (Textverständlichkeit!), singt sauber, innig, auch relativ temperamentvoll. Das klingt wie ein guter Kirchenchor, und damit genau richtig.
Man hätte der Aufnahme nur in einigen Passagen etwas mehr Tempo und Temperament gewünscht - wie das ohne Verlust an Innigkeit oder Abdriften in Kitsch geht, hat Giulini gezeigt. Trotzdem wie gesagt eine der schönsten Einspielungen.
Am Schluß noch eine Warnung: Vorsicht vor Soltis Aufnahme mit Sutherland und Pavarotti - Opernkitsch pur!
Karajan als Dirigent geistlicher Musik
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Karajans Verdi-Requiem von 1972 ist eine denkwürdige, noch heute in allen Teilen überzeugende Leistung. Neben Fritz Reiners (Decca, 1959) und Carlo Maria Giulinis (EMI, 1964) zu Recht berühmten Aufnahmen ist diese hier für mich die erfüllteste Umsetzung von Giuseppe Verdis singulärer Totenmesse. Der Dirigent hatte eine exklusive Sängerschar um sich versammelt, als er mit seinen musikalischen Favoriten, dem Wiener Singverein und den Berliner Philharmonikern, ins Berliner Aufnahmestudio ging. Mirella Freni, Christa Ludwig, Carlo Cossutta und Nicolai Ghiaurov sind ein wunderbar aufeinander abgestimmtes Ensemble, das sich ganz in den Dienst des Werkes stellt. Christa Ludwig und Nicolai Ghiaurov hatten schon in Giulinis Produktion erfolgreich mitgewirkt, Mirella Freni verzaubert den Hörer mit ihrer ausladenden Stimme, der sie, wo es die Musik verlangt, herrliche Pianissimo-Töne entlockt. Auch Carlo Cossutta meistert seinen Part mit vollem Einsatz. Warum die Tonträgerindustrie ihn so selten eingesetzt hat, ist mir ein unerklärliches Rätsel, er vollbringt hier eine wirklich großartige Leistung, die auch den Vergleich mit berühmteren Kollegen nicht zu scheuen braucht. Die Klangqualität ist von erster Güte, das "Original-Image Bit-Processing" der DGG hat noch für eine beträchtliche Steigerung gesorgt.
Gekoppelt ist das Werk mit Anton Bruckners wuchtigem "Te Deum", welches vier Jahre später (1976) eingespielt wurde. Wieder wartet Karajan mit einem prominenten Sängerquartett auf (Anna Tomowa-Sintow, Agnes Baltsa, Peter Schreier und José van Dam), und wieder sind der Wiener Singverein und die Berliner Philharmoniker mit von der Partie. Beste Voraussetzungen also für eine große Aufnahme. Die ist es auch geworden, obwohl einige Einschränkungen zu machen sind. Zunächst scheint mir der Wiener Singverein im Vergleich zu 1972 nicht mehr in allen Teilen so erstklassig besetzt zu sein, oder die sonst so staunenswerte Klangtechnik der DGG hatte hier nicht ihren besten Tag. Jedenfalls kommt der Chor wenig transparent und ziemlich verwaschen aus den Lautsprechern. Auch die guten Solisten können mich nicht ganz die Besetzung in der alten Electrola-Aufnahme mit Karl Forster von 1953 (Agnes Giebel, Marga Höffgen, Josef Traxel, Gottlob Frick) vergessen machen. Dafür spielt das Orchester unter Karajan mit umwerfender Präzision und nicht zu übertreffender Tonschönheit. Man merkt, daß Dirigent und Orchester Bruckners monumentales Werk seit Jahren im Repertoire hatten. Es kommt jedenfalls mit einer Prachtentfaltung und Leuchtkraft sondergleichen daher.
Wenn man von den Mängeln im chorischen Bereich absieht, ist auch die klangliche Realisation ohne Tadel. Dem preiswerten 2 CD-Album wurde ein gutes Textheft beigefügt. Das Cover nennt allerdings nur das Verdi-Requiem, erst auf der Rückseite erfährt man, daß auch Bruckners "Te Deum" enthalten ist.
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