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  • Lux aeterna

Aus der Amazon.de-Redaktion


"Wohin", fragt sich Nikolaus Harnoncourt im Booklet zu dieser Aufnahme, "wäre es wohl mit der Musik Mozarts gegangen, wenn er nicht so tragisch und so unerwartet früh gestorben wäre?" Vielleicht hätte dann die Musikgeschichte einen anderen Verlauf genommen, hätten seine Zeitgenossen und nachfolgenden Komponisten anders komponiert. Wie auch immer. Es ist, als wäre es Mozart in seinem kurzen Leben gelungen, zu sagen was zu sagen ist, und das Wissen um die letzten Dinge des menschlichen Seins in Musik auszusprechen -- wie einst Johann Sebastian Bach.
Und so erscheint es nicht als ein Widerspruch, dass uns Mozarts Todesmesse weiterhin Rätsel aufgibt, nicht nur wegen ihrer unvollendeten Gestalt und dem geheimnisvollen Auftraggeber, sondern auch weil sie, neben mancher Symphonie und Oper, in Mozarts Abgründe blicken lässt. Vielleicht erklärt sich daraus ihre Beliebtheit. Kein anderes geistliche Chorwerk in der Musikgeschichte wurde so oft aufgeführt wie Mozarts Requiem.
Harnoncourt blickt in Mozarts Seele und tut dies mit Demut und in verhaltener Innigkeit. Er inszeniert das Stück nicht -- wie viele Kollegen -- als Oper, verzichtet auf theatralische Zuspitzungen und auch die stechenden Kontraste, die Drastik, die noch seine Einspielung von 1982 prägten, sind nicht mehr da. Harnoncourts Deutung -- er musiziert die Ausgabe von Franz Beyer -- ist ganz vom Geiste Mozarts erfüllt, voller Schwermut, Ergebenheit und von Grabdunkel überschattet. Es ist eine zutiefst menschliche und musikalische Auseinandersetzung mit dem Rätsel Tod und dabei ungeheuer aufwühlend. --Teresa Pieschacón Raphael
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5 Kundenrezensionen:

Bezwingend
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Mit Sicherheit die beste Aufnahme aus neuerer Zeit. Der Text des Requiems handelt von der Hoffnung des Christen auf Erlösung, aber auch von der Furcht, im Höllenfeuer zu schmoren ("cremer igne"), vom Optimismus, dass Gott nicht vergessen wird, was er Abraham versprochen hat, aber auch von der Angst vor dem "dies irae". Diesen vielschichtigen Bezügen verleiht diese Aufnahme Ausdruck, sie geht dem Hörer nahe, aber nicht durch einschmeichelnden Klang, sondern dadurch, dass die Partitur und der Text ernst genommen und in alle Extreme ausgelotet werden. Das heißt nicht, dass diese Aufnahme effekthascherisch ist, im Gegenteil: Sie ist von großem Ernst durchzogen. Genau diese Balance macht die Größe der vorliegenden interpretatorischen Leistung aus, die von Sängern, Orchester und Dirigent zu gleichen Teilen erbracht wird.
Das beste Requiem das es je gegeben hat!
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Nach mehrmaligen Versuchen eine, dem Originalwerk gerecht werdende Aufnahme zu finden, ist mir diese glücklicherweise in die Hände gefallen! Die Musik ist ein gewaltiger Donnerschlag, und läßt einen keine Sekunde los.
Der einmalige BONUS:
Die original Paritur Mozarts kann man zur Musik als CD-Rom Track mitlesen!! Spannend und eine tolle Idee für all die, die noch tiefer in Mozarts "Requiem" eintauchen möchten.
Meisterhaft!
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Nikolaus Harnoncourt beweist mit dieser grandiosen Neuaufnahme von Mozarts Requiem, daß sich Werktreue lohnt. Es ist ein seltener Glücksfall, daß der Dirigent sich nicht effektheischend in Szene setzt und das Werk als Vehikel nutzt, sondern geradezu im Werk aufgeht.
Die technische Perfektion von Altmeister Harnoncourt und seinem Concentus Musicus bedürfen keiner weiteren Ausführung und können bei einem Dirigenten dieses Formats erwartet werden. Die Leistungen der Solisten überzeugen ebenfalls. Den Chor hätte ich mir etwas kraftvoller gewünscht.
Spannend, temparamentvoll, gefühlvoll, ausgewogen
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Diese neue Aufnahme des Mozart-Requiems ragt heraus aus der Masse der Einspielungen diese Werkes. In Top-Klangqualität (SACD) setzt sich Nikolaus Harnoncourt mit seinem Concentus Musicus Wien und dem wunderbaren Arnold Schönberg Chor noch mal mit Mozarts letztem, und wie nicht wenige meinem, auch seinem bedeutendsten Werk, zumindest was die Kirchenmusik angeht, auseinander.
Dabei gelingt Harnoncourt meiner Meinung nach eine seiner besten Aufnahmen überhaupt, und er hat ein ganze Reihe erstklassiger Einspielungen vorgelegt. Der Concentus Musicus spielt einfach überirdisch, vielleicht nicht so brilliant wie die englischen Ensembles, dafür aber mit einem wunderbar plastischen Klang, manchmal rau und fast ein bisschen ruppig, manchmal mit einem überirdisch sinnlichen Klang - dunkler und wärmer als die englischen und holländischen Ensembles.
Der Chor ist absolut erstklassig - wie immer wunderbar einstudiert von Erwin Ortner. Und Chor und Orchester ziehen hörbar an einem Strang, erreichen klanglich und stilistisch eine bemerkenswerte Einheitlichkeit.
Die Solisten sind sehr gut, vor allem als Ensemble. Individuell gibt es sicher Aufnahmen die noch bessere, brilliantere Solosänger aufbieten können. Aber das war wohl - zu recht - nicht Harnoncourts Anliegen, sondern er wollte Sänger haben, die bereit und in der Lage sind, sich in sein Konzept einzufügen - und das machen alle 4 Solisten wunderbar.
Nikolaus Harnoncourt dirigiert at his best. Sein Ideal der Klangrede ist hier mustergültig verwirklicht. Die Artikulation ist unheimlich reich an Varianten und Nuancen. Keine Stimme phrasiert unüberlegt oder beliebig. Alles fügt sich perfekt zusammen. Immer wieder, auch nach bald 50 Jahren Aktivität, gelingt es Nikolaus Harmoncourt, uns zu überraschen und unsere Hörgewohnheiten auf die Probe zu stellen. Manches Tempo kommt etwas anders daher, als wir es gewohnt sind, manches ist eben gerade anders artikuliert als üblich. Auch leichte Temporückungen, die mich anfangs iritiert haben, die ich nach dem 2. oder 3. Mal hören inzwischen aber sehr überzeugend finde, sind zu vermelden. Dass das alles nie beliebig ist, sondern immer ein trifitger Grund dahinter steckt, ist bei einem so gewissenhaften Künstler wie Harnoncourt selbstvertändlich. Es wäre schön gewesen, wenn es Probenmitschnitte auf einer Bonus-CD gegeben hätte (wie bei seiner Aufnhame von Bruckners 5., wo eine solche Bonus-CD viel zm Verständnis beiträgt), um an Harnoncourts Einsichte noch mehr Anteil zu haben.
Insgesamt scheint mir der Stil von Nikolaus Harnoncourt in den letzten Jahren etwas weicher, ruhiger, vielleicht auch romantische zu werden. Die ruhigen Stellen werden mit unheimlicher Ruhe und Sinnlichkeit ausmusiziert, ohne dass man das kräftige Zupacken verlernt hätte. Vieles fügt sich heute vielleicht zu einem runderen, noch schöneren Gesamtergebnis, als in der alter Aufnahme es Requiems aus den frühen 80er Jahren.
Für mich ist diese Aufnahme - wohl wissend, dass es viele tolle Aufnahmen des Requiems gibt - eine neue Referenzaufnahme. Danke, Nikolaus Harnoncourt! Danke, Concentus Musicus!
Unerwartet grandios
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Eine Spitzenaufnahme hat Nikolaus Harnoncourt hier abgeliefert! Ich erwartete eine Enttäuschung, als ich das erste Mal in die SACD hineinhörte, doch mit jedem Satz wurde mein Interesse größer: Ruhige und freie Tempi, gefühlvolles und intonatorisch makelloses Singen des Chores, alertes und sehr "sprechendes" Musizieren des Orchesters. Kein Suchen nach Sensation wie in Harnoncourts bahnbrechender erster Einspielung aus dem Jahre 1983 sondern blutvolles, sehr ausgeglichenes Musizieren.
Harnoncourt bleibt natürlich Harnoncourt: Das "Dies Irae", "Rex tremendae" und "Confutatis" sind auch in dieser neuen Einspielung ein Beispiel an Harschheit. Vor allem letzteres wirkt mit seinen schneidenden, peitschende Streicherfiguren intensiver, als ich es je (!) in einer Aufnahme oder Aufführung erlebt habe. Anders als früher nimmt der Österreicher sich in dieser Einspielung aber auch Zeit für den Gegenpol, lässt die ruhigen Stellen (z.B. die "Salva me"-Antwort der Frauenstimmen im eben angesprochenen "Confutatis") zu echten Gegengewichten werden.
Und die Solisten? Ein wunderbares Ensemble, das auch vor intensivem Deklamieren nicht zurückschreckt ("Recordare"! Noch nie so spannend gehört). Allein hinsichtlich des sehr guten aber gegenüber den Kollegen etwas dünnstimmigen Tenors Kurt Streit muss man leichte Abstriche machen.
Gibt es Kritikpunkte? Ich habe gelegentlich bei Harnoncourts Aufnahmen das Problem, dass ich seine Interpretationsansätze meist interessant und nachvollziehbar finde, sie mir in Details aber gelegentlich etwas "konstruiert" und wenig "gefühlt" daherkommen (unlängst beispielsweise in den Aufnahmen der "Slawischen Tänze" oder von "Ma Vlast"). Hier gibt es vereinzelt auch solche Stellen, doch ist der positive Gesamteindruck derartig positiv, dass diese Aufnahme mit glatten 5 Punkten und einer ausdrücklichen Kaufempfehlung bedacht werden muss. Wer diese SACD, die auf jedem CD-Spieler abspielbar ist und außerdem die gesamte Partitur als Faksimile enthält, nicht in seiner Sammlung hat, hat definitiv ein Loch im Plattenschrank!
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