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Weihnachts-Oratorium von Nikolaus Harnoncourt, CmwAudio CD von Teldec (Warner)Preis bei Amazon: EUR 11,45, Angebote ab EUR 8,87 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) Erscheinungsdatum: November 2004 |
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ProduktbeschreibungWEIHNACHTSORATORIUM 4 Kundenrezensionen:Jauchzet, frohlocket! 4 von 5 PunktenPünktlich zum Fest wird bei uns diese CD aufgelegt. Mit "Jauchzet, frohlocket", bringt uns der Chor der Wiener Sängerknaben in Feststimmung. Das berühmte und meistaufgeführte Werk von Johann Sebastian Bach besteht aus einem Zyklus von sechs Kantaten für die Weihnachtsfesttage, die Geburt Christi, den Neujahrstag und den Epiphaniastag (Heilig Drei Könige) und ist natürlich ein Mammutwerk. Eines meiner Lieblingsstücke aus dem Werk ist die "Sinfonia" der Hirten und Engel - einfach wunderschön, wie sie in ihrem Dreier- bzw. Vierertakt erst gegeneinander und zum Schluss miteinander musizieren. Ebenfalls brilliant immer wieder die Bach-Trompete gleich schon im Auftakts-Choral. Der Chor der Wiener Sängerknaben meistert seinen Part sehr gut, der Solist der Wiener überzeugt mich allerdings nicht ganz, da ich hier weibliche Sopranstimmen bevorzuge. Die Aufnahme von Nikolaus Harnoncourt ist eine weiche, runde, stimmige Sache und gut anzuhören. Manchmal fast ein wenig hastig, könnte das Tempo ab und zu ein wenig gedrosselt werden. Die vielen Choräle des Oratoriums sind vom Chor erstklassig vorgetragen, bei den Solisten (Paul Esswood, Alt, Kurt Equiluz, Tenor und Siegmund Nimsgern, Bass) fällt keiner heraus. Das Weihnachtsoratorium kann einen über die gesamte Weihnachtszeit bis zum 6. Januar hin begleiten auf eine wunderbar festliche Weise. Hörenswert! wer countertenöre mag.. 2 von 5 PunktenIch hab die CD's zum letzten Weihnachtsfest bekommen, weil ich mir schon lange eine Aufnahme vom Weihnachtsoratorium gewünscht hatte. Aber ich fand diese Aufnahme total enttäuschend. Für mich macht es keinen Sinn alles historisch aufzunehmen und auf Frauenstimmen zu verzichten, wenn Countertenöre so maniriert klingen. Da gibt es doch so schöne warme Altstimmen, dass ich es nicht verstehe, wenn man das nicht ausnutzt! Auch der Knabensopran ist ja ganz hübsch, aber nicht allzu viel dahinter. War jedenfalls überhaupt nicht das was ich mir vorgestellt habe!!! Warum es für mich diese Aufnahme wurde... 5 von 5 PunktenNach der für mich besten Aufnahme des Weihnachtsoratoriums habe ich lange gesucht. Ich wollte "originales" Instrumentarium, aber ohne die gepflegte Glätte, wie man sie leider oft bei Perfektionsensembles der Alte-Musik-Szene antrifft. Eine frische, lebendige Atmosphäre ist für mich fast das Wichtigste; ich will mir möglichst wie bei der Aufführung vorkommen, nur ohne Gehuste. Es hat mich als lange erprobten Harnoncourt-Gegner ein großes persönliches Eingeständnis gekostet: diese Einspielung setzt in Klang um, was ich in diesem Werk suche. Das Solistenquartett besteht aus einander denkbar entgegengesetzten Einzelstimmen, die aber doch eine hervorragend funktionierende Einheit bilden. Der Knabensopransolist ist fantastisch! Weder muss man ihm die Daumen zum Durchhalten drücken, noch klingt er nach Dressur (wie bspw. typischerweise die Tölzer) - einfach zurücklehnen und genießen... Die Echo-Arie habe ich kaum jemals so spannend und doch natürlich gehört. Paul Esswood am Alt macht einen typischen englischen Counter. Tenor Kurt Equiluz hat nicht immer 100%ige Kontrolle über sein Organ, was sich in "Ich will nur Dir zu ehren leben" etwas störend bemerkbar macht; als Evangelist ist er nahezu unübertrefflich sprechend-ausdrucksstark, klingt vielleicht manchmal stimmlich etwas angestrengt; aber wie er mit dem Evangelienbericht innerlich "mitgeht", ist so unmittelbar, dass man fast denkt, der Handlung bei ihrer Entstehung bezuwohnen. Äußerst spannend und souverän sein "Nun mögt ihr stolzen Feinde schrecken". Bass S. Nimsgern ist angenehm zu hören. Der Chor singt so leicht, so unangestrengt, wohlintoniert - es ist eine reine Freude. Man merkt, dass er sehr bewusst vom Dirigenten geführt wird; aber auch, dass er dieser Führung aus eigener Kraft und Intelligenz folgen kann. Beim Orchesterpart zeigen sich hier und da einige Altersspuren dieser Aufnahme. So klingen die Oboen noch nicht immer so "barock", wie es heutzutage üblich ist. Vor den Trompeten muss ich meinen Hut ziehen: da geht fast nichts daneben, und wenn, dann nicht schlimm. Ich mutmaße, daß sich 1973 noch keine Hilfslöcher im vorderen Bügel befanden, wie es heutige Barocktrompeten haben - umso höher muss man die Leistung schätzen. Harnoncourt wählt Tempi, die aus heutiger Sicht eher ruhig, ja geradezu überraschend gemäßigt zu nennen sind. Dabei ziseliert er jede Menge Einzelheiten des Notentextes heraus, hebt Stimmen hervor, schärft Kontraste usw., so dass es niemals langweilig wird. Dabei geht der übergeordnete Bogen aber nie verloren. Die wiederholten Fortissimo-Ausbrüche der Trompeten/Pauken im Eingangschor zum sechsten Teil mögen als Beispiel für die Vitalität dieser Interpretation dienen - den Mut muss man erst einmal aufbringen. Und auch der Eingangschor zum vierten Teil, der mir beim ersten Hören lahm vorkam, enthüllte bei weiteren Durchgängen auf einmal, wie blitzwach die Musiker in Wirklichkeit sind: im Detail wird es bemerkbar. Die Klangqualität der Aufnahme ist überraschend gut; in großen Tuttipassagen entspricht die Trennschärfe und dynamische Bandbreite noch nicht ganz den heutigen hochgezüchteten Verhältnissen, aber meckern kann man wirklich nicht. Harnoncourt war schließlich auch eine Art Anti-Karajan: war jenem die Orchesteraufnahme nur das Material für die Vollendung der Interpretation am Studiomischpult, so ließ er selbst ein Stereomikrofon in die Mitte stellen, und das hatte dann eben zu klingen - überspitzt gesagt. Jedenfalls hat man es mir so erzählt. Fazit: mit dieser Aufnahme werde ich noch lange glücklich sein. Für mich die absolut beste Aufnahme! 5 von 5 PunktenJetzt muss ich mal eine Lanze für diese Einspielung von Bachs Weihnachtsoratorium von Nikolaus Harnoncourt und dem Concentus musicus Wien brechen. Ich habe diese Aufnahme vor 10 Jahren durch Zufall ausgewählt und bin ihr vom ersten Augenblick an verfallen. Ich bin ganz bestimmt kein großer Klassik-Experte, aber andere Einspielungen (z.B. die von Tim Koopman) klingen für mich im Vergleich dazu "künstlich" und "hölzern". Bei Harnoncourt klingen die Stimmen und Instrumente "authentisch" und sind voller Leben. Man hat das Gefühl, Johann Sebastian Bach würde selbst den Taktstock schwingen. Ich kann diese Aufnahme nur wärmstens empfehlen! |
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Die Schöpfung von Nikolaus Harnoncourt, WsyAudio CD von Teldec (Warner)Preis bei Amazon: EUR 9,95, Angebote ab EUR 8,79 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) Erscheinungsdatum: Oktober 2004 |
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Eine Kundenrezension:Dem Laien gefällts ! 5 von 5 PunktenDie Aufnahme wurde mir von einer Sopranistin empfohlen - und ich muss sagen sie hatte recht. Bei den Stimmen stimmts, das Tempo ist nicht zu langsam und doch ohne die "moderne" Hektik, die Wiener Symphoniker unter Harnoncourt bilden wie so oft den passenden Klangkörper. Natürlich ist Protschka kein Wunderlich aber wenn er auch weniger strahlt so ist sein Tenor doch sauber und klingt angenehm. Die Gruberova ist sowieso tadellos. Insgesamt also ist die Aufnahme absolut empfehlenswert, vor allem bei diesem günstigen Preis! |
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Brandenburgische Konzerte 1-6 von Nikolaus Harnoncourt, CmwAudio CD von Teldec (Warner)Preis bei Amazon: EUR 10,95, Angebote ab EUR 10,42 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) Erscheinungsdatum: Juli 1997 |
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ProduktbeschreibungBRANDENBURGISCHE KONZERTE 1-6 Eine Kundenrezension:Meine Lieblingsaufnahme 5 von 5 PunktenEigentlich müssten diese CDs viel teurer sein ;-) Der günstige Preis rückt sie so in die Nähe lieblos eingespielter Billig-Klassik-CDs - und dazu gehört sie ganz sicher nicht. Auf Originalinstrumenten des Concentus Musicus gespielt, mit einem Dirigenten, der sich der Annäherung an den Originalklang verschrieben hat, bleiben diese Aufnahmen außergewöhnlich. So haben Sie Bach eben noch nicht gehört. |
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Mozart - Requiem von Christine Schäfer, Bernarda Fink, Kurt Streit, Gerald Finley, Nikolaus Harnoncourt, Concentus Musicus Wien, Arnold Schönberg ChorAudio CD von Dhm (Sony BMG)Preis bei Amazon: EUR 13,95, Angebote ab EUR 12,21 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) Erscheinungsdatum: Juli 2004 |
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Aus der Amazon.de-Redaktion"Wohin", fragt sich Nikolaus Harnoncourt im Booklet zu dieser Aufnahme, "wäre es wohl mit der Musik Mozarts gegangen, wenn er nicht so tragisch und so unerwartet früh gestorben wäre?" Vielleicht hätte dann die Musikgeschichte einen anderen Verlauf genommen, hätten seine Zeitgenossen und nachfolgenden Komponisten anders komponiert. Wie auch immer. Es ist, als wäre es Mozart in seinem kurzen Leben gelungen, zu sagen was zu sagen ist, und das Wissen um die letzten Dinge des menschlichen Seins in Musik auszusprechen -- wie einst Johann Sebastian Bach. Und so erscheint es nicht als ein Widerspruch, dass uns Mozarts Todesmesse weiterhin Rätsel aufgibt, nicht nur wegen ihrer unvollendeten Gestalt und dem geheimnisvollen Auftraggeber, sondern auch weil sie, neben mancher Symphonie und Oper, in Mozarts Abgründe blicken lässt. Vielleicht erklärt sich daraus ihre Beliebtheit. Kein anderes geistliche Chorwerk in der Musikgeschichte wurde so oft aufgeführt wie Mozarts Requiem. Harnoncourt blickt in Mozarts Seele und tut dies mit Demut und in verhaltener Innigkeit. Er inszeniert das Stück nicht -- wie viele Kollegen -- als Oper, verzichtet auf theatralische Zuspitzungen und auch die stechenden Kontraste, die Drastik, die noch seine Einspielung von 1982 prägten, sind nicht mehr da. Harnoncourts Deutung -- er musiziert die Ausgabe von Franz Beyer -- ist ganz vom Geiste Mozarts erfüllt, voller Schwermut, Ergebenheit und von Grabdunkel überschattet. Es ist eine zutiefst menschliche und musikalische Auseinandersetzung mit dem Rätsel Tod und dabei ungeheuer aufwühlend. --Teresa Pieschacón Raphael 5 Kundenrezensionen:Bezwingend 5 von 5 PunktenMit Sicherheit die beste Aufnahme aus neuerer Zeit. Der Text des Requiems handelt von der Hoffnung des Christen auf Erlösung, aber auch von der Furcht, im Höllenfeuer zu schmoren ("cremer igne"), vom Optimismus, dass Gott nicht vergessen wird, was er Abraham versprochen hat, aber auch von der Angst vor dem "dies irae". Diesen vielschichtigen Bezügen verleiht diese Aufnahme Ausdruck, sie geht dem Hörer nahe, aber nicht durch einschmeichelnden Klang, sondern dadurch, dass die Partitur und der Text ernst genommen und in alle Extreme ausgelotet werden. Das heißt nicht, dass diese Aufnahme effekthascherisch ist, im Gegenteil: Sie ist von großem Ernst durchzogen. Genau diese Balance macht die Größe der vorliegenden interpretatorischen Leistung aus, die von Sängern, Orchester und Dirigent zu gleichen Teilen erbracht wird. Das beste Requiem das es je gegeben hat! 5 von 5 PunktenNach mehrmaligen Versuchen eine, dem Originalwerk gerecht werdende Aufnahme zu finden, ist mir diese glücklicherweise in die Hände gefallen! Die Musik ist ein gewaltiger Donnerschlag, und läßt einen keine Sekunde los. Der einmalige BONUS: Die original Paritur Mozarts kann man zur Musik als CD-Rom Track mitlesen!! Spannend und eine tolle Idee für all die, die noch tiefer in Mozarts "Requiem" eintauchen möchten. Meisterhaft! 5 von 5 PunktenNikolaus Harnoncourt beweist mit dieser grandiosen Neuaufnahme von Mozarts Requiem, daß sich Werktreue lohnt. Es ist ein seltener Glücksfall, daß der Dirigent sich nicht effektheischend in Szene setzt und das Werk als Vehikel nutzt, sondern geradezu im Werk aufgeht. Die technische Perfektion von Altmeister Harnoncourt und seinem Concentus Musicus bedürfen keiner weiteren Ausführung und können bei einem Dirigenten dieses Formats erwartet werden. Die Leistungen der Solisten überzeugen ebenfalls. Den Chor hätte ich mir etwas kraftvoller gewünscht. Spannend, temparamentvoll, gefühlvoll, ausgewogen 5 von 5 PunktenDiese neue Aufnahme des Mozart-Requiems ragt heraus aus der Masse der Einspielungen diese Werkes. In Top-Klangqualität (SACD) setzt sich Nikolaus Harnoncourt mit seinem Concentus Musicus Wien und dem wunderbaren Arnold Schönberg Chor noch mal mit Mozarts letztem, und wie nicht wenige meinem, auch seinem bedeutendsten Werk, zumindest was die Kirchenmusik angeht, auseinander. Dabei gelingt Harnoncourt meiner Meinung nach eine seiner besten Aufnahmen überhaupt, und er hat ein ganze Reihe erstklassiger Einspielungen vorgelegt. Der Concentus Musicus spielt einfach überirdisch, vielleicht nicht so brilliant wie die englischen Ensembles, dafür aber mit einem wunderbar plastischen Klang, manchmal rau und fast ein bisschen ruppig, manchmal mit einem überirdisch sinnlichen Klang - dunkler und wärmer als die englischen und holländischen Ensembles. Der Chor ist absolut erstklassig - wie immer wunderbar einstudiert von Erwin Ortner. Und Chor und Orchester ziehen hörbar an einem Strang, erreichen klanglich und stilistisch eine bemerkenswerte Einheitlichkeit. Die Solisten sind sehr gut, vor allem als Ensemble. Individuell gibt es sicher Aufnahmen die noch bessere, brilliantere Solosänger aufbieten können. Aber das war wohl - zu recht - nicht Harnoncourts Anliegen, sondern er wollte Sänger haben, die bereit und in der Lage sind, sich in sein Konzept einzufügen - und das machen alle 4 Solisten wunderbar. Nikolaus Harnoncourt dirigiert at his best. Sein Ideal der Klangrede ist hier mustergültig verwirklicht. Die Artikulation ist unheimlich reich an Varianten und Nuancen. Keine Stimme phrasiert unüberlegt oder beliebig. Alles fügt sich perfekt zusammen. Immer wieder, auch nach bald 50 Jahren Aktivität, gelingt es Nikolaus Harmoncourt, uns zu überraschen und unsere Hörgewohnheiten auf die Probe zu stellen. Manches Tempo kommt etwas anders daher, als wir es gewohnt sind, manches ist eben gerade anders artikuliert als üblich. Auch leichte Temporückungen, die mich anfangs iritiert haben, die ich nach dem 2. oder 3. Mal hören inzwischen aber sehr überzeugend finde, sind zu vermelden. Dass das alles nie beliebig ist, sondern immer ein trifitger Grund dahinter steckt, ist bei einem so gewissenhaften Künstler wie Harnoncourt selbstvertändlich. Es wäre schön gewesen, wenn es Probenmitschnitte auf einer Bonus-CD gegeben hätte (wie bei seiner Aufnhame von Bruckners 5., wo eine solche Bonus-CD viel zm Verständnis beiträgt), um an Harnoncourts Einsichte noch mehr Anteil zu haben. Insgesamt scheint mir der Stil von Nikolaus Harnoncourt in den letzten Jahren etwas weicher, ruhiger, vielleicht auch romantische zu werden. Die ruhigen Stellen werden mit unheimlicher Ruhe und Sinnlichkeit ausmusiziert, ohne dass man das kräftige Zupacken verlernt hätte. Vieles fügt sich heute vielleicht zu einem runderen, noch schöneren Gesamtergebnis, als in der alter Aufnahme es Requiems aus den frühen 80er Jahren. Für mich ist diese Aufnahme - wohl wissend, dass es viele tolle Aufnahmen des Requiems gibt - eine neue Referenzaufnahme. Danke, Nikolaus Harnoncourt! Danke, Concentus Musicus! Unerwartet grandios 5 von 5 PunktenEine Spitzenaufnahme hat Nikolaus Harnoncourt hier abgeliefert! Ich erwartete eine Enttäuschung, als ich das erste Mal in die SACD hineinhörte, doch mit jedem Satz wurde mein Interesse größer: Ruhige und freie Tempi, gefühlvolles und intonatorisch makelloses Singen des Chores, alertes und sehr "sprechendes" Musizieren des Orchesters. Kein Suchen nach Sensation wie in Harnoncourts bahnbrechender erster Einspielung aus dem Jahre 1983 sondern blutvolles, sehr ausgeglichenes Musizieren. Harnoncourt bleibt natürlich Harnoncourt: Das "Dies Irae", "Rex tremendae" und "Confutatis" sind auch in dieser neuen Einspielung ein Beispiel an Harschheit. Vor allem letzteres wirkt mit seinen schneidenden, peitschende Streicherfiguren intensiver, als ich es je (!) in einer Aufnahme oder Aufführung erlebt habe. Anders als früher nimmt der Österreicher sich in dieser Einspielung aber auch Zeit für den Gegenpol, lässt die ruhigen Stellen (z.B. die "Salva me"-Antwort der Frauenstimmen im eben angesprochenen "Confutatis") zu echten Gegengewichten werden. Und die Solisten? Ein wunderbares Ensemble, das auch vor intensivem Deklamieren nicht zurückschreckt ("Recordare"! Noch nie so spannend gehört). Allein hinsichtlich des sehr guten aber gegenüber den Kollegen etwas dünnstimmigen Tenors Kurt Streit muss man leichte Abstriche machen. Gibt es Kritikpunkte? Ich habe gelegentlich bei Harnoncourts Aufnahmen das Problem, dass ich seine Interpretationsansätze meist interessant und nachvollziehbar finde, sie mir in Details aber gelegentlich etwas "konstruiert" und wenig "gefühlt" daherkommen (unlängst beispielsweise in den Aufnahmen der "Slawischen Tänze" oder von "Ma Vlast"). Hier gibt es vereinzelt auch solche Stellen, doch ist der positive Gesamteindruck derartig positiv, dass diese Aufnahme mit glatten 5 Punkten und einer ausdrücklichen Kaufempfehlung bedacht werden muss. Wer diese SACD, die auf jedem CD-Spieler abspielbar ist und außerdem die gesamte Partitur als Faksimile enthält, nicht in seiner Sammlung hat, hat definitiv ein Loch im Plattenschrank! |
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Mozart, Wolfgang Amadeus - Le nozze di Figaro
DVD von Universal/Music/DVD |
ProduktbeschreibungDIE HOCHZEIT DES FIGARO 4 Kundenrezensionen:Hier ist Leben in der Bude..... 5 von 5 Punkten....und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Ein für meine Begriffe schlichtes elegantes Bühnenbild ohne ablenkenden Schnickschnack, das einen schönen Hintergrund liefert für eine sehr dynamische Dramaturgie, die getragen wird von hervorragenden singenden Schauspielern bzw. spielenden Sängern! Großes Kino! Meine persönlichen Höhepunkte sind zum einen der Cherubino von Christine Schäfer (wirklich ergreifend, wie ihr Gesang in "Non so piu cosa son, cosa faccio" immer langsamer werdend fast erstirbt!), zum anderen die Arien der Gräfin, gesungen von Dorothea Röschmann. Letztere übertrifft sich selbst in der Schlußszene in ihrer gefühlvollen Replik auf das "Comtessa perdono" des Grafen. Musikalisch finde ich die Interpretation von Nikolaus Harnoncourt sehr interessant. Ich persönlich mag die Tempovariationen, wobei das Tempo insgesamt eher langsam ist. Aber dafür gibt es dann ja auch andere Aufnahmen (z.B. die von Rene Jacobs). Sternstunde 5 von 5 PunktenVon dieser Sternstunde der Oper wird man noch in Jahrzehnten schwärmen. Mozart in Salzburg, die Wiener Philharmoniker und Anna Netrebko - mehr braucht es nicht? Doch, es muss alles zusammen passen wie an diesem Abend. Ein sachkundiges Publikum gehört auch dazu, es begriff spontan, dass ein unerwartetes Ereignis hinzukam: Christine Schäfer als Cherubino. Großartig! 5 von 5 PunktenIch habe eben die Aufführung aus Salzburg im Bayrischen Fernsehen gesehen und war auf Anhieb begeistert. Eine klasse Inszenierung mit viel Witz und Ideen (z. B. Cherub), gut gespielt und gesungen. Ein so geniales und vielschichtiges Stück in Text und Musik verdient auch eine gemäße Umsetzung (bis in die Kameraeinstellung hinein). Selten mit so viel Spannung (gute Dramaturgie!) und Lust eine Oper genossen. Ein Muß!! 5 von 5 PunktenDie gehört in jede gute Opernsammlung. Wenn ich Le nozze di Figaro sehen will greife ich in Zukunft zu dieser DVD. Bravo!!! |
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Requiem/Krönungsmesse von Nikolaus Harnoncourt, CmwAudio CD von Teldec (Warner)Preis bei Amazon: EUR 5,95, Angebote ab EUR 4,22 Erscheinungsdatum: Oktober 2004 |
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ProduktbeschreibungREQUIEM/KRÖNUNGSMESSE |
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Klavierkonzerte 23 & 26 "Coronation" von Friedrich Gulda, Nikolaus Harnoncourt, CgoAudio CD von Teldec (Warner)Preis bei Amazon: EUR 5,95, Angebote ab EUR 3,33 Erscheinungsdatum: Juni 2001 |
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Weihnachts-Oratorium (Ga) von Nikolaus Harnoncourt, CmwAudio CD von Dhm (Sony BMG)Preis bei Amazon: EUR 19,97, Angebote ab EUR 15,69 ![]() 3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) Erscheinungsdatum: Oktober 2008 |
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3 Kundenrezensionen:Spannender Neuansatz 5 von 5 PunktenNeue Erkenntnisse, andere Sichtweise, umgesetzte Erfahrung? Wenn sich Künstler, die als Pioniere ihrer Zeit gelten, mehrfach in ihrem Leben mit einem großen Werk auseinandersetzen, ergeben sich oft reizvolle Vergleichsmöglichkeiten. So ist es auch bei Nikolaus Harnoncourt und dem Bachschen Weihnachtsoratorium der Fall. Für viele dürfte die temperamentvolle Aufnahme von 1973 mit dem damals revolutionären Einsatz von Knabenstimmen immer noch Referenzcharakter besitzen. Für mich jedoch hat die neue Sicht des Altmeisters der historischen Aufführungspraxis auf Bachs weihnachtlichen Kantatenzyklus durchaus ihren ganz eigenen Reiz. Das liegt nicht zuletzt an der hervorragenden Solistenriege, die Harnoncourt für diese Neuaufnahme vereint hat. Schade, dass Bach der Sopranpartie nicht mehr Soloarien zugedacht hat - Christine Schäfers wunderbare Stimme kommt hier leider fast zu selten zum Einsatz! Aber auch mit Bernarda Fink, Christian Gerhaher, Gerald Finley und vor allem Werner Güra als herrlich klar akzentuierender und intonierender Evangelist hat Harnoncourt eine sehr gute Wahl getroffen. Die eigentlichen Stars dieser Aufnahme sind für mich allerdings die Musiker des Concentus Musicus Wien und der Arnold-Schoenberg-Chor, die Harnoncourt in gewohnt straffer und kerniger Manier führt und dabei der barocken Musik manche durchaus moderne Klangwirkung entlockt. Hier und da ist die Pauke vielleicht etwas zu präsent, treten die Holzbläser etwas zu sehr in den Hintergrund (Jauchzet, frohlocket"), aber die unglaubliche Präsenz jeder einzelnen Note und der rhythmische Drive, der etwa im Eingangssatz der dritten Kantate (Herrscher des Himmels") steckt, stehen für mich sinnbildlich für diese spannende Gesamtaufnahme Klangbrei 1 von 5 PunktenFür die Interpretation kann ich nicht sprechen, denn soweit, um dies zu können, bin ich beim Hören gar nicht erst gekommen. Ich höre Musik im High End Bereich, doch was einem hier mit dieser Liveaufnahme zugemutet wird lässt sich nicht in Worte fassen. Der Eingangschor präsentiert als ein undurchsichtiger Klangbrei. Einfach kein Hörvergnügen. Harnoncourt altersmilde 4 von 5 PunktenDer große alte Herr der historischen Aufführungspraxis hat sich etwa dreißig Jahre nach seiner ersten Aufnahme noch einmal Bachs wohl beliebtesten Chorwerk gewidmet. Dabei fällt zunächst einmal auf, dass die Aufnahme sehr viel weniger radikal und sperrig geraten ist als die erste Einspielung - hatte der Dirigent einst stark den Charakter des Werkes als Sammlung von 6 einzelnen Kantaten betont, dazu noch auf die Originalbesetzung ausschließlich mit Männern und Knaben zurück gegriffen (mit den dabei unvermeidbaren Konzessionen an den reinen Schönklang), macht die neue Einspielung erheblich mehr Konzessionen an die Aufführungsgeschichte: Harnoncourt setzt jetzt neben "seinem" Concentus musicus den kompletten Arnold-Schönberg-Chor (und nicht nur die Männerstimmen) sowie für die Alt- und Sopran-Solopartien mit ebenfalls keine Knaben, sondern berühmte Konzert- bzw. Opernsängerinnen ein. Was bei Harnoncourt im Vergleich zu anderen Vertretern der historischen Aufführungspraxis schon immer auffiel, ist, dass er den Trend zu immer schnelleren Tempi nicht mitmacht. Und so ist diese Aufnahme für Hörer, die Gardiner oder Herreweghe im Ohr haben, ziemlich langsam. Zusammen mit der etwas halligen Akkustik, die viele Schroffheiten der Interpretation glättet, kommt damit ein fast konventionell festlicher Höreindruck auf - zumal heute ja jeder Kantor einer größeren Kirche sich zumindest im Grundsatz mit der Bach-Forschung der letzten 40 Jahre beschäftigt hat. Am ehesten an die alte Aufnahme erinnert Harnoncourts Eigenart, in den Chorälen die einzelnen Strophen sehr intensiv voneinander abzugrenzen und den musikalischen Fluss abzubremsen. Was man positiv feststellt, ist - außer der unbestreitbaren Qualität des Chores -, dass die einfache Frömmigkeit der Choräle, die etwa bei Gardiner vor lauter Virtuosität etwas verloren gegangen war, hier wieder zu ihrem Recht kommt. Die Solisten sind zunächst sehr prominent und auch weitgehend überzeugend besetzt. Werner Güra - der derzeit vielleicht meist beschäftigte Evangelist - ist in den Arien überzeugender als in den erzählenden Passagen, wo er etwas die Unmittelbarkeit und leichte Stimmführung von Kurt Equiluz in der alten Aufnahme vermissen lässt. Christine Schäfers Sopran dürfte etwas leichter anspringen. Bernarda Fink dagegen reiht sich mit ihrer warmen und beweglichen Stimme in die lange Reihe großer Interpretinnen der Altpartie ein. Und mit Christian Gerhaher und Gerald Finley hat die Aufnahmen gleich zwei Baritone mit besonders schönen Stimmen für die Basspartie versammelt. Der Klang der Aufnahme ist weniger trocken als in der alten Einspielung, sondern etwas hallig, ohne intransparent zu wirken. Insgesamt also ist dies eine gelungene, festliche, aber keine einzigartige Aufnahme. |
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Die Jahreszeiten von Nikolaus Harnoncourt, WsyAudio CD von Warner Cla (Warner)Preis bei Amazon: EUR 9,95, Angebote ab EUR 8,90 Erscheinungsdatum: Januar 2006 |
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Monteverdi: L'Orfeo (Gesamtaufnahme(ital.)) von Claudio Monteverdi, Van Egmond, Equiluz, KozmaAudio CD von Teldec (Warner)Preis bei Amazon: EUR 10,95, Angebote ab EUR 10,42 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) Erscheinungsdatum: November 1992 |
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ProduktbeschreibungLORFEO GA 2 Kundenrezensionen:L' Orfeo - Pioniertat von Nikolaus Harnoncourt 5 von 5 Punkten"Vater der Oper" und "Vater der modernen Musik", so nennt man den am 15. Mai 1567 in Cremona geborenen (oder getauften) Claudio Monteverdi. Nun ja, die Oper hat er nun nicht erfunden, aber ohne sein Wirken wäre sie wohl kaum den Kinderschuhen entwachsen. Seinen Lebensweg und einen Großteil seiner Werke zu rekonstruieren ist eine schwierige Aufgabe, vieles ging durch Unglücksfälle und Kriege verloren oder wurde unwiederbringlich zerstört. Als sicher kann gelten, dass Monteverdi bereits mit 15 Jahren als Schüler des Komponisten Marco Antonio Ingegneri erste Werke veröffentlichte. Um 1590 trat er in die Dienste der Herzöge von Mantua und wurde 1602 von Vicenzo I. Gonzaga zum "maestro di capella" ernannt. Der Hof von Mantua war in der ausgehenden Renaissance eine zentrale Pflegestätte von Literatur und Musik, im Auftrag der Fürsten schufen Monteverdi und viele weitere Künstler Werke, ohne die die moderne Musik und vor allem die Oper in ihrer heutigen Form kaum denkbar wäre. Leider wurden durch die Plünderung und Brandschatzung Mantuas im Jahr 1630 viele dieser wichtigen Musikstücke zerstört, von Monteverdis Opern dieser Zeit blieben nur das Lamento aus "Arianna" und glücklicherweise die ältere "favola in musica", der "Orfeo" komplett erhalten. "L' Orfeo" erklang erstmals zum Auftakt des Karnevals 1607 im Palast von Mantua. Den Anfang machte ein Naturtrompetenstück, das noch heute, sozusagen als Ouverture, Aufführungen des "Orfeo" vorangestellt wird, obwohl es mit der Oper eigentlich nichts zu tun hat. Den wirklichen Beginn markiert der Prolog, in dem ein "Ritornello" erklingt, das sich, immer in leicht abgewandelter Form, quasi als Leitmotiv durch den ganzen "Orfeo" zieht. "La Musica" (bei der Uraufführung wahrscheinlich die Herzogin selbst) steigt von ihrem geliebten Parnaß herab und kündigt dem Publikum eine Fabel an. Als Thema wählt sie sich (kann es für die älteste erhaltene Oper einen besseren Stoff geben?) die griechische Sage von göttlichen Sänger Orpheus, der seine von einer giftigen Schlange getötete Gattin Eurydike aus der Unterwelt zurückholt. Monteverdis Opern blieb, anders als denen vieler weiterer Komponisten, das Schicksal erspart, in Bibliotheken und Archiven zu verstauben. Zu wichtig war der Einfluß des "Vaters der Oper" auf die nachfolgenden Generationen. Die beiden großen Opern - Reformatoren Gluck und Wagner beriefen sich auf ihn, viele Komponisten der Moderne (Respighi, Krenek, Orff, Dallapiccola, um nur die Bekanntesten zu nennen) nahmen sich den alten Meister zum Vorbild und stellten bühnengerechte Neufassungen seiner Opern her. Die waren nötig geworden, weil vor allem die von Monteverdi eingesetzten Instrumente im Lauf der Jahrhunderte immer mehr in Vergessenheit gerieten und nur noch wenige wussten, wie man ein Dulzian, ein Regal oder Naturtrompeten spielt, bzw. was das überhaupt ist. Monteverdis Opern wurden über lange Zeit hinweg mit den heute üblichen Orchesterinstrumenten gespielt, wodurch sein Werk zwar in Erinnerung blieb, seine volle Schönheit jedoch nicht zum Ausdruck gebracht werden konnte. Am meisten verdient um die alte Musik machte sich der Dirigent Nikolaus Harnoncourt mit seinen Concentus musicus Wien. 1953 gründete er dieses Orchester mit einigen jungen Musikern aus den Reihen der Wiener Symphoniker. Sein Ziel war es, die Musik vergangener Epochen mit den Originalinstrumenten wieder zum Leben zu erwecken. Harnoncourt und dem Regisseur Jean - Pierre Ponnelle ist es zu verdanken, dass die drei erhaltenen Monteverdi - Opern heute, mit den vom Komponisten geforderten Instrumenten gespielt, wieder ein quicklebendiges Bühnenleben führen. In dieser 1968 entstandenen Gesamtaufnahme gibt es einiges zu entdecken. Viele Instrumente waren jahrhundertelang fast vollkommen verschwunden, ihre Wiederentdeckung durch Harnoncourt und sein Spezialorchester verleiht dieser Einspielung einen unverwechselbaren und unvergesslichen Klang. Sehr selten hört man heutzutage Lauten, Gamben, Zinken oder Virginale in einem Opernhaus. Zum Zeipunkt der Entstehung war diese Aufnahme eine Pioniertat und eine wahre Sensation. Heute gibt es natürlich mehrere Orchester und Dirigenten, die sich auf Spätrenaissance - oder Barockmusik spiezialisiert haben. Die Technik wurde verfeinert und der Umgang mit historischen Instrumenten ist für solche Musiker zur Routine geworden. In dieser Aufnahme klingt so einiges noch unerprobt, vor allem die Naturtrompeten am Anfang werden ein wenig unbeholfen gespielt. Von ihrer Faszination hat diese Einspielung jedoch auch nach fast 40 Jahren nichts eingebüßt. Das Stück ist nach dem Vorbild der altgriechischen Tragödie gebaut. Ein Großteil der Handlung spielt sich jenseits der Bühne ab und wird durch Botenberichte erzählt. Faszinierend ist Monteverdis Fertigkeit, die jeweilige Stimmung durch den Einsatz der verschiedenen Instrumente zu erzeugen. So erklingen bei der Hochzeit von Orpheus und Eurydike vor allem Instrumente, die festliche und fröhliche Atmosphäre erzeugen, so die Violinen, Chitarrone und das Cembalo. In den düsteren Unterweltszenen dagegen herrschen das Regal, sowie Zinken und Posaunen vor, die für ein gänzlich anderes, unheimliches Klanggemälde sorgen. Auch in der Darstellung strebte Harnoncourt nach größtmöglicher Authenzität und hielt sich eng an die Vorgaben von Monteverdi und seinen Zeitgenossen, die der Improvisationslust der Sänger dramaturgisch begründete Riegel vorschoben. Nur die "kleineren" Rollen bekommen die Gelegenheit, ihre Arien mit Koloraturen zu verzieren, die Hauptrollen dagegen haben sich an die vorgeschriebene Gesangslinie zu halten, wodurch sie stets ernsthaft und glaubwürdig wirken. Da das Stück noch recht statuarisch gebaut ist, kann man über die Leistung der Sänger nicht allzu viel sagen. Alle halten sich an Harnoncourts Vorgaben und wachsen so zu einem geschlossenen und hochklassigen Ensemble zusammen. Lajos Kozma als Orpheus gefällt durch seinen warmen, hohen Bariton und durch seine sehr klare und textverständliche Stimmführung. Gleiches gilt für Rotraud Hansmann in der Rolle der Musica / Eurydike. Auch sie verziert ihre Darbietung nur mit den von Monteverdi geforderten Koloraturen und verleiht damit ihren Rollen Glaubhaftigkeit. Hervorzuheben wäre noch der unheimliche Caronte von Nikolaus Simkowski, die gefühlvolle Eiko Ktatnosaka als Proserpina und Jacques Villisech als beeindruckender Plutone. Wunderschön arrangiert sind die für diese Oper sehr wichtigen Chöre. In dieser Einspielung singt die ebenfalls auf alte Musik spezialisierte Capella antiqua München unter der Leitung von Konrad Ruhland. Man ersteht mit dieser Aufnahme also nicht nur eine von Nikolaus Harnoncourt mit großer Disziplin im Sinne des Komponisten geleitete Aufführung der ältesten erhaltenen Oper, sondern auch ein wichtiges Tondokument, das für die Wiederentdeckung vieler weiterer verschollen geglaubter Musikschmuckstücke den Anstoß gab. Sternstunde 5 von 5 PunktenUm es gleich vorweg zu sagen: In den 35 Jahren seit der Entstehung dieser Aufnahme hat die Alte-Musik-Bewegung eine ganze Reihe weiterer L'Orfeo-Einspielungen hervorgebracht, die sowohl sängerisch als klangtechnisch die historische Musikforschung noch konsequenter umsetzen. Wem es darum geht, bei Monteverdis L'Orfeo auf dem neuesten Stand zu sein, der greife also zu einer dieser neueren Einspielungen (mit John Eliot Gardiner auf DG Archiv, Philip Pickett auf Decca, René Jacobs auf harmonia mundi oder Gabriel Garrido auf K617). Man muss sich dennoch vergegenwärtigen, was Nikolaus Harnoncourt damals, 1968, geleistet hat, als er dieses großartige Team zusammenstellte und zum ersten Mal "L'Orfeo" mit Originalinstrumenten aufnahm. Und auf dieser sowie anderen Monteverdi-Aufnahmen beruht Harnoncourts Ruhm als Originalklang-Musiker; das muss damals die absolute Sensation gewesen sein! Die beiden CDs haben in der Tat nichts von ihrer Frische eingebüßt: Der Klang ist nicht nur sauber (mit nur dem allerleisesten Rauschen), sondern die Musik selbst strahlt auch eine Faszination aus, die sicher mindestens weitere 35 Jahre anhalten wird. Das sind 110 Minuten, die man sich gönnen soll! Die Oper L'Orfeo entstand 1607 am Fürstenhof von Mantua, wo kurz zuvor die erste Oper aufgeführt worden war, begünstigt durch den neuen Musizierstil der "seconda prattica" mit seinen Vokalsoli und seiner bewussten musikalischen Umsetzung des zu singenden Textes. Da man sich in der Tradition der griechischen Tragödie wähnte, suchte man in den griechischen Mythen nach passendem Stoff. Da kam der damals allseits bekannte Orpheus-Mythos wie gerufen. Monteverdi und sein Librettist Striggio erzählen hier von der Hochzeit des Orfeo mit Eurydice, vom Tode Eurydices durch einen Schlangenbiss und von Orfeos gewagtem Eintritt in die Unterwelt, um Eurydice wiederzufinden. Dort wird ihm gewährt, Eurydice wieder mitzunehmen, doch darf er sie nicht anschauen, ehe sie nicht wieder ans Tageslicht gelangt sind. Diese Bedingung vermag er aus lauter Liebe nicht einzuhalten und verliert Eurydice wieder. Aus der Unterwelt in seine Heimat zurückgelangt, stimmt er eine Wehklage an und sagt weiblichen Reizen ab. Im ursprünglichen Mythos wird er daraufhin von Mänaden überfallen und getötet, aber Striggio und Monteverdi haben sich eine andere Endung einfallen lassen: Er wird von seinem Vater Apollo zum Gott erklärt. Harnoncourt hat damals ein fantastisches Team zusammengestellt. Neben seinem wunderbar aufspielenden Concentus musicus Wien (Ausnahme: die Naturtrompeten in der eröffnenden Toccata, man konnte sie damals nicht so sauber spielen) gibt es einen Gustav Leonhardt am Cembalo, eine Capella antiqua München unter Konrad Ruhland und Sänger bzw. Sängerinnen vom Feinsten: Cathy Berberian als "Messaggiera" und "Speranza" weiss mit ihrer Stimmakrobatik zu entzücken (obwohl sie bei der Ankündigung der Nachricht vom Tode Eurydices recht verhalten bleibt); Lajos Kozma als Orfeo hat eine liebliche Stimme, aus der er an der einen oder anderen Stelle hätte mehr machen können; Nigel Rogers als Hirte, dann als Geist kann ebenso bezaubern wie Orfeo; Rotraud Hansmann als "La Musica" und als Euridice genügt jedem Anspruch. In kleineren Rollen treten des weiteren Eiko Katanasaka (Sopran), Nikolaus Simkowsky, Jacques Villisech und Max van Egmond (alle Bass) auf, Kurz Equiluz (Tenor) und Günther Theuring (Countertenor) haben nur sehr kurze Auftritte. Auch wenn die Sangeskunst heute etwas andere Stimmen für diese Partien verlangt, ist und bleibt diese Aufnahme eine Sternstunde. |
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